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Lade hier die komplette Ausgabe als PDF im ANSA-Insights-Layout herunter – und wenn du magst, druck dir dein eigenes Exemplar der ANSA Insights 1.2015. Alternativ kannst du alle Beiträge auch weiter unten hier auf der Seite lesen.

Liebe ANSAs, liebe ANSA-Interessierte,

nach unserer Pilotausgabe unter dem Arbeitstitel Newsletter haltet ihr jetzt die ersten ANSA Insights in den Händen. Mit dem neuen Namen wollen wir deutlich machen, worum es uns mit unserem Magazin geht: Einblicke liefern in das was ANSA und seine Mitglieder machen – und Ausblicke darüber was das für Subsahara-Afrika und für Europa bedeutet.

Mit Beiträgen unserer Konferenz, aber auch mit Texten zu Mitgliederprojekten und Mitgliederforschung möchten wir Interesse an „fremden“ wissenschaftlichen Disziplinen und gesellschaftlichen Feldern wecken. Denn ein Kern-Merkmal von ANSA ist, dass hier Biologen mit Ethnologen, Wirtschaftler mit Afrikanisten und Ingenieure mit Kommunikationswissenschaftlern zusammen kommen.

Die Chance dazu gibt es damit jetzt nicht mehr nur noch einmal im Jahr bei unserer öffentlichen Konferenz an wechselnden Orten in ganz Deutschland sowie beim jährlichen internen Mitgliedertreffen (meist in Berlin), sondern eben auch durch die ANSA Insights. Und da wir gelernt haben, dass es wichtig ist sich Ziele zu setzen und vor anderen auszusprechen: mindestens zwei Mal pro Jahr wird es eine neue Ausgabe geben. Versprochen.

Viel Spaß beim Lesen wünschen
Andreas und die ANSA Insights Redaktion

Vereinsarbeit, Bewerbungstraining & Faust

ANSA Strategietreffen 2015 in Berlin

22 engagierte ANSA-Mitglieder. 5 Projektgruppen. 4 Skills Workshops. 1 One Man Performance. Viel Networking und Austausch. Das gab es beim vereinsinternen Strategietreffen in Berlin vom 27. bis zum 29. März 2015.

Am wichtigsten beim Treffen: In den verschiedenen Projektgruppen konkrete Ziele und Zeitpläne erarbeiten. Die Projektgruppe „ANSA Konferenz“ begann die Planung für die jetzt für den 16. bis 18. Oktober 2015 in Bayreuth angesetzte Konferenz. „ANSA Fotoausstellung“ plante die nächsten Schritte für die Wander-Ausstellung „Merk+Würdig/Note+Worthy“, die nach ihrem Debüt in Lingen (siehe S. 6) seit Mai in Leipzig im geisteswissenschaftlichen Zentrum der Uni zu besuchen ist. Auf Initiative der Mitglieder arbeiteten weitere Projektgruppen zu den Themen „Netzwerk im Wandel – ANSA Vision 2025“ und „Möglichkeiten für ANSA Kooperationen & Konferenzen in Afrika“. Die Anwesenheit einer Vertreterin des DAAD war für viele Arbeitsgruppen von großem Vorteil, da hier direkte Wechselwirkungen mit dem DAAD besprochen werden konnten.

ANSA-Mitglieder beim Strategietreffen 2015
ANSA-Mitglieder beim Strategietreffen 2015

Natürlich war auch die Redaktion von ANSA Insights auf dem Treffen aktiv. Das Ergebnis unserer Arbeit und des Inputs der anwesenden ANSA-Mitglieder ist dieses neu benannte Magazin und ein Redaktionsplan für die kommenden Ausgaben.

Skills-Workshops zur Wissensweitergabe unter Mitgliedern

Wir können voneinander lernen: In Berlin boten ANSA-Mitglieder Skills Workshops zu „Bewerbungstraining – Sich mit Anschreiben & Lebenslauf perfekt verkaufen“, „The Impact of Strategic Choices in a Decision Problem“, „Five Steps to Success“ und „A picture means more than the sum of what it shows: An approach to image analysis“ an.

…und der informelle Teil des Treffens

Leckeres afrikanisches Catering am Mittag, veganes Drei-Gänge-Menu am Abend und am Sonntag ein Activity-Brunch boten neben kulinarischem Genuss auch die Möglichkeit für direkten Austausch. Ein besonderes Highlight des Treffens war in diesem Jahr die Darbietung des Prologs im Himmel aus Goethes Faust von Esebio Abalo, die uns dazu inspirierte in dieser Ausgabe von ANSA Insights in der Kategorie Perspektiven zwei Blickwinkel auf eben diesen Klassiker zu bieten (siehe S. 10).

(cd/ar)

Moderne Großstädte & Urban Lifestyles

ANSA Konferenz 2014 in Lingen

Moderne urbane Räume, Lebensstile und (Sub-)Kulturen afrikanischer Großstädte darstellen und deren Potentiale als Brückenbauer zwischen Deutschland bzw. Europa und afrikanischen Ländern erarbeiten. Das war das Ziel der ANSA e.V. Konferenz 2014 im emsländischen Lingen, ganz im Westen von Niedersachsen.

„Shooting Freetown“

Ein Beispiel dafür bot Kieran Hanson, ein junger visueller Anthropologe und Filmemacher aus Lancashire. Seit seinem Master in Visueller Anthropologie an der Universität Manchester hat er verschiedene Filmprojekte durchgeführt. In Lingen zeigte er „Shooting Freetown“ (2011), seinen bisher erfolgreichsten Film.

Shooting Freetown
Der kollaborative Dokumentarfilm über die urbane Szene Freetowns (Sierra Leone), porträtiert drei verschiedene Charaktere der lokalen Künstlerszene aus deren eigener Sicht.

Container-Häuser gegen Wohnungsnot?

Karim Elhakim, Architekt mit Erfahrungen in diversen interkulturellen Projekten und im Bereich Bau und Design, präsentierte vor den über 30 Teilnehmern die Potenziale vorgefertigter Häuser für den Städtebau.
Ein ungewöhnlicher Ansatz dazu ist der Umbau von Schiffscontainern. Derartige Projekte gibt es bisher vor allem in Europa. Im Plenum wurde dann diskutiert, inwieweit dies auch eine Lösung für die Wohnungsnot in Entwicklungsmetropolen sein kann.

Von Open Mic Sessions
bis zu Lentipeptiden

Ein Kern-Aspekt jeder ANSA-Konferenz sind die Alumni-Beiträge. Dabei zeigen DAAD- Alumni und Stipendiaten aus unterschiedlichen Fachrichtungen, wie vielfältig die akademischen und projektbasierten Aktivitäten von Deutschen in Afrika oder Afrikanern in Deutschland sind.

Zuhörer Konferenz

In Lingen präsentierte Antje Akkermann zum Thema „Ehalakasa: Eine Erzählung von Open Mic Sessions in Ghanas Hauptstadt“.

Bednicho Nyoni beleuchtete die Kombination von Religion und Entwicklung unter dem Titel „Abundant Life and Basic Needs: African Religions as a Resource for Sustainable Development“. (S. 3)

Hedda Mensah ließ die Teilnehmer an den „Ups and Downs einer Feldforschung in Ghana“ aus der Perspektive einer deutschen Doktorandin mit ghanaischen Wurzeln teilhaben.

Didérot Djiala Mellie sprach im Themenfeld „Bridging Germany and African countries“ konkret zur Rolle der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in seiner Heimat Kamerun. (S. 3)

Die Bedeutung seines für Nicht- Naturwissenschaftler zunächst schwer zugänglichen Themas „Lantipeptides“ stellte Ongey Elvis Legala in seiner Präsentation (S. 4) heraus.

Seitens des DAAD war Jasmin Ramershoven als Ansprechparterin vor Ort und gab u.a. einen Ausblick auf neue und veränderte Förderprogramme.

Afrikanische Mode
in der norddeutschen Provinz

Zum Abschluss gab es eine kurze Präsentation des unlängst gegründeten Afrikanischen Frauenvereins Emsland e.V.. Anschließend stellten sich die Frauen den Fragen der Teilnehmer zum Leben afrikanischstämmiger Frauen in der deutschen Provinz. Nach dem gemeinsamen Team-Cooking der beiden Vereine begeisterten die Afro-Emsländerinnen mit einer Modenschau unterschiedlicher afrikanischer Stilrichtungen.

Bei der Konferenz in Lingen fand zudem die Mitgliederversammlung (S. 4) statt. Und auch die erste ANSA Fotoausstellung (S. 6) feierte Premiere.

(ar)

Abundant Life and Basic Needs - African Religions as a Resource for Sustainable Development

Alumni Beitrag zur ANSA-Konferenz 2014
von Bednicho Nyoni

Why is Africa poor? Why are development programs in Africa failing to solve high levels of unemployment, and inequality? Development practitioners, theorists, strategists, and planners have been working with Faith Based Organizations (FBOs) and Non-Governmental Organizations (NGOs) since time immemorial without a sustainable breakthrough to alleviate high-levels of poverty, unemployment and inequality in Africa.

This being the case, the thrust of the research is centered on the incorporation of African religions as a resource for sustainable development in Africa. This is in recognition that the mystique of religion in periphery nations is now plain to see. Africans have cosmovisions or worldviews which are sources of inspiration and strength, however, if incorporated, they have great contributions to development initiatives. The Western/European development practitioners usually excluded considerations of the religious dimension in formulating development policies towards Africa. In the last ten years though, a rehabilitation of religion – as an important concept and variable in the understanding and implementation of social change and progress – could be witnessed.

Symbole der vier großen Weltreligionen
African religions have been sidelined in favour of the four major world religions.

Developmental initiatives cannot be successful without incorporating Africans‘ spirituality and worldviews. A constructive analysis of the incorporation of the indigenous peoples‘ spirituality and religion will demonstrate that their cooperation goes beyond simple participation in development programs. The indigenous peoples go a step further to invoke the religious beliefs, in the form of values and mystical practices without whose invocation they believe success will be not be guaranteed. Religion is central to many of the decisions people make about their own communities‘ development.

Hence, the involvement of African religions in development dis- courses is fundamental, since they have been highly sidelined, and attention has been mainly on proselytizing major world religions (Christianity, Islam, Buddhism and Hinduism). The way forward for sustainable development in Africa is the consideration of the following dynamics: indigenous religious peoples‘ philosophy, beliefs, rituals, practices, epistemology, leadership, governance, spiritual experiences, education, cultural avoidance rules, conflict prevention or management and peace building or reconciliation.


Bednicho Nyoni

Bednicho Nyoni from Zimbabwe is currently a PhD Student at the University of Rostock. His interdisciplinary topic has a focus on Religion and Development. He has been a Lecturer for the past 7 years in Zimbabwe. He is a member of ANSA since November 2014.

Health Education in Cameroon - Content analysis of GIZ preventive actions against HIV/AIDS

Alumni Beitrag zur ANSA-Konferenz 2014
von Didérot Djiala Mellie

Talking about the HIV/AIDS crisis in the world, Cameroon seems to be a fertile playground in the sub-Saharan Africa region where this pandemic is making more and more victims every day with a serious impact on the population’s day to day social and economic life. In the fight against this general public health problem, the Cameroon sanitary policy is working hand in hand with national and international Non Governmental Organizations (NGOs) as well as Governmental Organisations.

The Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), which carries out a wide range of developmental activities across Cameroon, is a product of fruitful development cooperation between Cameroon and Germany. This respectable organization is involved in many development sectors, including Health and the fight against HIV/AIDS.

Considering that my dissertation project deals with the analysis of the preventive communication against HIV/AIDS in Cameroon, my contribution to the ANSA conference emphasizes on the analysis of how the GIZ’s social marketing communications through posters, flyers and leaflets forge a sense of social mobilisation, responsibilities, values, and attitudes against HIV/AIDS in Cameroon. The question that orients my reasoning is: Which technical and operational strategies does the GIZ use to tackle the HIV/AIDS propagation in Cameroon?

GTZ HIV Poster
Posters used by GIZ (then GTZ) in Cameroon to inform about HIV.

To attempt an answer to this question, empirical research methods used for various types of data collection, such as observation and interviews, enable me to assemble GIZ’s fix visuals for sensitization communication against HIV/AIDS displayed in different locations in Cameroon. In the perspective of recipient design, the content analysis, combined with semiotics and post-colonial theory applied in the analysis of the data, give ground to some subsequent relevant interpretations of this German international corporation’s contribution to the health deve- lopment in Cameroon.


Diderot Djiala MellieDidérot Djiala Mellie is a junior fellow of Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS) at the University of Bayreuth. His PhD research project explores media sensitization communi- cations against HIV/AIDS in Cameroon. He is a member of ANSA e.V. since 2014.

Bioactive Peptides - A potential long-lasting solution to infectious bacterial resistances

Alumni Beitrag zur ANSA-Konferenz 2014
von Ongey Elvis Legala

Synthetic compound antibiotics have constantly provoked the evolution of resistant bacteria strains (see Fig.). Fleming’s discovery of penicillin in 1929 and subsequent application in the 1940s was a major breakthrough in infectious bacterial disease treatment.

intervals between antibiotic discovery and the development of resistance: a study conducted in Sub-Saharan Africa
Fig: The intervals between antibiotic discovery and the development of resistance:
a study conducted in Sub-Saharan Africa (Adopted from Okeke & Sosa, 2003).

The use of peptides for the treatment of diseases has also been very influential in the early 1920s with the discovery of insulin which significantly registered a curb on mortality rate that resulted from diabetes. One would have assumed that the discovery of insulin was the ultimate answer to diabetes, but this is hardly the case. For instance in 2011, a fatal case of Clostridium perfringens enteritis and bacteraemia was reported in an adult with type 2 diabetes in South Africa. Researchers are constantly devising differential strategies to arrive at a more lasting solution to each prevailing disease. In the following paragraph, I try to present an analytical summary of one of the most recent and promising findings in the area of disease treatment using natural bacteria as drug sources.

Overcome antibiotic-resistant infections

A class of natural antimicrobial compounds called lantibiotics has the abilities to overcome antibiotic-resistant infections. These compounds are produced in minute quantities by bacteria themselves and used as a line of defense in their very competitive community. Lantibiotics are natural products and, therefore, pose little or no threat to human consumption. They have wide spectra of activities and other functions beyond the margin of antimicrobial agents, e.g. ancovenin inhibits angiotensin converting enzyme and hence could be used as a therapeutic treatment for high blood pressure.

Furthermore, Labyrinthopeptin demonstrates activities against HIV/AIDS and Hepatitis. This wide spectrum of activities only indicates how important this class of compounds could be in the near future. With the exception of nisin and a few others, most of these peptides are currently produced ‘for research use only’. Nevertheless the eventual limiting factor in the applications of lantibiotics is the lack of a stable production system or highly expensive production strategies that culminate into a high cost of final product.

The way forward would be to bypass these bottlenecks and establish stable and cheaper production systems that will enable marketing of these highly potent products at affordable rates. The basis of my research is to engineer such a system in E. coli.


Ongey Elvis Legala

M.Sc. Ongey Elvis Legala is a Cameroonian scientist and currently a PhD student at the Technical University of Berlin. He holds a Masters in Protein Science and Biotechnology from the University of Oulu, Finland and a B.Sc. in Biochemistry from the University of Buea, Cameroon. He is a scholarship holder with DAAD and ANSA member since 2014.

Mitgliederversammlung 2014 - Mehr Mitglieder und neuer Vorstand

Im Rahmen der ANSA-Konferenz fand auch die jährliche ordentliche Mitgliederversammlung statt. Dabei wurden u.a. die Vereins- und Vorstandsaktivitäten des Jahres vorgestellt und der Vorstand von den Mitgliedern entlastet.

Die beiden bisherigen Vorstandsmitglieder Beira und Johannes zogen sich aus dem Vorstand zurück. Fasil Beyene und Andreas Rothe wurden in den ANSA Vorstand gewählt, die bisherigen Mitglieder Anna Ramella, Carla Dietzel und Lisa Wennekes wiedergewählt.

Zudem erfreulich: Zahlreiche Konferenzteilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr, ANSA-Vereinsmitglied zu werden, um so die Aktivitäten von ANSA noch mehr zu unterstützen und mitzuprägen.

ANSA-Vorstand 2014/2015
Der ANSA-Vorstand 2014/2015:
Fasil Beyene, Lisa Wennekes, Andreas Rothe, Anna Ramella, Carla Dietzel (v.l.n.r.).

Apropos… ein ungewöhnlicher Blick auf ANSA

Eines der vielen interessanten Gespräche bei der Konferenz drehte sich um die Wahlen in Kenya. Unser neues Mitglied Fred bot uns an für ANSA Insights einen Beitrag zu dem Thema zu schreiben – und überraschte uns mit einer Analyse unserer eigenen Vorstandswahl.

Gerne veröffentlichen wir eine Kurz-Version seines Textes (S. 5) als ersten Beitrag der Kategorie Apropos…, in der ANSA-Mitglieder über Ereignisse, Erlebnisse und Erkenntnisse berichten, die ihre Sicht auf das große Ganze oder auf kleine Details eindrücklich verändert haben. In other words: stuff that blew your mind – at least a little bit.

Wir freuen uns immer, wenn Events von ANSA oder Kontakte in unserem Netzwerk dafür ein Anstoß sein können. Vorschläge für Beiträge bitte an post [at] ansa-ev.org.

(ar)

Apropos... Wahlen: Can Kenya learn lessons from ANSA Voting in Lingen?

by Fred O. Nyagaka

Events in life, however small, have enduring lessons. The morning of 1st November, 2014 had such beautiful and memorable ones to me. I was in the city of Lingen, which proved to offer more than a quiet and serene environment.

The annual ANSA conference that had brought me to Lingen started with the Members meeting, where the election of officials for the coming year was held. Before the elections took place, the Board of Management (BOM) explained the rules of the organization regarding who is eligible to participate in the election. Persons who I refer to here as the Election Board (EB), of which I was a member, were appointed to oversee the elections. Then all bona fide members of the organization were invited to sign a list to confirm that their names were duly entered in the register.

Independent election board & campaigns

Following this, all members were asked to declare interest in whether or not they wished to vie for the posts in the BOM. Every candidate was given equal opportunity to express their reasons why s/he thought s/he was fit for election. Many discussed their visions for the organization and some indicated how they had served in the BOM. All were truthful as to whether they had participated in the past as passive or active members, asking the members to judge for themselves their abilities and visions. An absent member of the incumbent BOM had send word that he was willing to vie for re-election. His achievements were communicated by a proxy. Any person who wished to comment on his suitability was given opportunity to do so. All campaigns having been completed, the stage was set for the election proper.

One would be eager to know why the author gives this detailed account of the Lingen election. Well, the author has participated as a voter in four general elections in Kenya. Some have been considered credible, results of others disputed unto death and even preceding circumstances to some of them have had wide destructive consequences nationally. Having been appointed to be a member of the EB, the author drew many lessons of a comparative nature from ANSA e. V. elections to those of past elections in Kenya.

Mitgliederversammlung 2014
Wie bei den Parlamentswahlen eines Staates wird auch im Alumninetzwerk gewählt – allerdings mit deutlich kleinerem Elektorat und weniger gravierenden Auswirkungen der Wahl. Die Mitglieder bestimmen in der jährlichen Wahl – wie vom deutschen Vereinsrecht und der Vereinssatzung vorgesehen – den fünf-köpfigen ANSA-Vorstand.

The ANSA elections can be taken to reflect about the procedures in other elections and to highlight issues in regard to practice, legal processes, procedure and substance of elections in Kenya. Without proper elections whose results command confidence and acceptance from the people the legitimacy of government will always be an issue. At the same time there may be a likelihood of violence occurring as witnessed in the aftermath of Kenya’s 2007 General Election.

With that in mind, I get back to the voting process in Lingen. In the first run, the EB found that there was one more ballot paper than there were voters and in agreement with the incumbent BOM it annulled the whole vote and started the exercise afresh. After the taking of office by the new BOM and there being no complaint, the EB was dissolved, and the elections material kept open for verification by any interested party.

Laws, regulations & failures

Since independence in 1963, Kenya has had eleven general elections and several by-elections. The electoral process and the results thereof have been often called into question, drawn criticism, ridicule and condemnation. It does not mean that the laws and the electoral body mandated to conduct the elections are fundamentally flawed. In any event, where the electoral laws and body have been seen as wanting, they have been reformed. Even so there still are numerous problems which plague the electoral system in Kenya.

Next to the Constitution of Kenya 2010 there are a few laws which govern the elections in Kenya and other laws that indirectly augment the electoral laws when issues of procedure arise. They regulate i.e. the processing of petitions arising from Presidential Elections Disputes; the handling of election malpractices and the establishment of the Independent Electoral and Boundaries Commission (IEBC). The Kenyan laws are akin to the laws and rules governing ANSA e. V. yet the latter seem to have worked well while the former rarely yield satisfactory results. What then ails the Kenyan electoral system?

Whereas there is an elaborate system of electoral laws and procedure for Kenya, the electoral process is often marred with lack of independence and transparency, fraud, greed for power, corruption, self-interest, deceit, electoral malpractices, inability or laxity to enforce laws, lack of political goodwill, few positive policies, weak investigative mechanisms, poor and uncoordinated financing, poor civic education, and violence. Often is heard the cry that elections have been rigged, and when the complaints reach courts, legal technicalities, failure to gather proper evidence have seen many election petitions fail. All these problems seem to have been absent in the Lingen election. Should Kenya not learn from such an experience?


 

Fred O. NyagakaFred O. Nyagaka, PhD Candidate an der Humboldt Universität zu Berlin, ist seit der Konferenz in Lingen Mitglied im ANSA e.V.

Den Schritt ins Ungewisse wagen

Grußwort von Tanja Gerdes, International Faculty Office, Hochschule Osnabrück, Standort Lingen,
zur ANSA-Fotoausstellung Merk+Würdig

Die Foto-Ausstellung „Merk+Würdig“ gibt unseren Studierenden einen treffenden Eindruck davon, was einen fernab des Studienortes – zum Beispiel während eines Auslandspraktikums oder eines Auslandssemesters – erwarten kann. Sie regt dazu an, genau hinzusehen und die neuen Eindrücke nicht als fremd oder sogar beängstigend zu empfinden. Denn bei genauerem Hinschauen und längerem Aufenthalt wird schnell klar: Sie sind vor allem bemerkenswert, also würdig, bemerkt zu werden. Sie sind es, die Perspektivenwechsel durch Auslandsaufenthalte ermöglichen.

„Ein kleines Stück Internationalität“

Mit der Ausstellung wollen wir Studierende dazu ermuntern, den Schritt ins Ungewisse wagen. Das muss nicht gleich ein Auslandsaufenthalt in Afrika sein, neue Erfahrungen macht man auch schon in Europa. Besonders zu empfehlen ist die Ausstellung aber für alle Hochschul- angehörigen oder auch andere Bibliotheks
besucher, die selbst gerade aus Afrika zurück sind oder den Aufenthalt noch vor sich haben, wie zum Beispiel die Teilnehmer unserer diesjährigen Winterschool in Südafrika.

Rückfragen zur Ausstellung und zu Aufenthalten in Subsahara Afrika werden im International Faculty Office gesammelt und dann an den ANSA-Verein weitergegeben, der angeboten hat, für Informationen zur Verfügung zu stehen. Für diese Zusage und Zusammenarbeit bin ich sehr dankbar.

Ebenso möchte ich mich bei ANSA für die unentgeltlich zur Verfügung gestellte Foto-Ausstellung „Merk+Würdig“ herzlich bedanken, die auf unseren Campus Lingen ein weiteres kleines Stück Internationales bringt. Sie ist die erste Ausstellung mit internationalem Bezug und über Folgeformate freuen wir uns sehr.

Tanja Gerdes

Tanja Gerdes

Der Ausstellungsort: Campus Lingen

Modernität abseits der Metropolen: Am Campus Lingen verschmelzen Alt und Neu zu einem zeitgemäßen Campus. In den Hallen, in denen einst Arbeiter im Schweiße ihres Angesichts Lokomotiven ausbesserten, büffeln derzeit rund 2000 Studierende. Zehn Gebäude wurden nach dem „Haus in Haus“ Prinzip in die Stahltragwerk-Konstruktion der Hallen gebaut.

Der Hochschulstandort Lingen der Hochschule Osnabrück bietet Studiengänge aus den Bereichen Management und Technik, Kommunikationsmanagement und Theaterpädagogik sowie duale Studiengänge.

In der mit „Lesen“ klar beschrifteten Bibliothek des Standortes konnten die Besucher jetzt auch „Schauen“, denn dort wurde die Fotoausstellung „Merk+Würdig/Note+Worthy” im Anschluss an die ANSA-Konferenz 2014 ausgestellt. (Bild: Franziska Temmen/Hochschule Osnabrück)
In der mit „Lesen“ klar beschrifteten Bibliothek des Standortes konnten die Besucher jetzt auch „Schauen“, denn dort wurde die Fotoausstellung „Merk+Würdig/Note+Worthy” im Anschluss an die ANSA-Konferenz 2014 ausgestellt. (Bild: Franziska Temmen/Hochschule Osnabrück)

(ar)

ANSA Mitgliederprojekt: Ausbildung künftiger Führungskräfte für das östliche Afrika

Das im Jahr 2008 gegründete Tansanisch-deutsche Fachzentrum für Rechtwissenschaft (Tanzanian-German Centre for Eastern African Legal Studies – TGCL) bildet in juristischen Master- und Promotionsprogrammen künftige Führungskräfte für das östliche Afrika aus. Es wird als Kooperationsprojekt der Universitäten Bayreuth und Dar es Salaam im Programm „Fachzentren Afrika“ durch den DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.

Studierende aus
EAC-Staaten und Südsudan

Der fachliche Schwerpunkt des TGCL liegt auf dem Recht der regionalen Integration unter besonderer Berücksichtigung der im Jahr 2000 wiedergegründeten East African Community (EAC). Dieser regionalen Ausrichtung entsprechend stammen die Studierenden des Fachzentrums aus den fünf Partnerstaaten der EAC (Burundi, Kenia, Ruanda, Uganda und Tansania) sowie aus Südsudan.

TGCL Studierende in Dar es Salaam
Studieren u.a. Recht der regionalen Integration: TGCL-Studierende in der Bibliothek in Dar es Salaam

Das einjährige LL.M.-Programm umfasst unter anderem Kurse zum Recht der regionalen Integration sowie zu Menschenrechten. Es wird durch eine LL.M.-Dissertation abgeschlossen. Im dreijährigen PhD-Studium hingegen bildet eine umfassende Doktorarbeit auf der Basis umfangreicher Feldforschung die wesentliche Studienleistung.

Zusatz-Kurs für Selbstmanagement und Führungskompetenz

Um die Studierenden des TGCL für die Übernahme von Führungsaufgaben zu qualifizieren, vermittelt das Studienprogramm ihnen das hierfür erforder- liche spezifische Wissen, zum Beispiel durch einen Kurs zum Selbst- management und zur Führungs- kompetenz. Hinzu kommt die individuelle Betreuung in Studien- und Karrierefragen durch einen renommierten und erfahrenen ehemaligen tansanischen Richter. Der Forschungs- prozess der Studierenden wird durch Seminare zur Forschungsmethodik zielgerichtet vorbereitet und in seinem Verlauf sowohl durch ihre individuellen Betreuer als auch im Rahmen einer Seminarserie fortlaufend begleitet.

Um das Fachzentrum auch über die Dauer der Projektförderung bis Ende 2018 hinaus zu erhalten, wird derzeit eine Nachhaltigkeitsstrategie implementiert. Diese umfasst zum einen eine noch stärkere institutionelle Verankerung des TGCL und seiner Studienprogramme in der juristischen Fakultät der Universität Dar es Salaam und zum anderen die Schaffung eigener, nachhaltiger Erlösquellen.

Mehr Info:
www.tgcl.uni-bayreuth.de


Johannes DövelingRechtsassessor Johannes Döveling, LL.M. (Cape Town), Wirtschaftsjurist (Univ. Bayreuth) ist Geschäftsführer des TGCL an der Uni Bayreuth und zudem Gründungsmitglied von ANSA e. V.


Publikation zum Projekt:
Döveling, Johannes: Das tansanisch-deutsche Fachzentrum für Rechtswissenschaft (TGCL): Ausbildung künftiger Führungseliten für das östliche Afrika, in: Recht in Afrika 17 (2014), S. 98-109 (abrufbar unter www.ria.nomos.de)

ANSA Mitgliederforschung: Characterizing turbulent processes in various fog types

My PhD research focused on studying turbulent exchange processes in various fog types using Eddy Covariance method with the objective to measure and characterize turbulent processes. These are some of the key physical atmospheric processes that influence fog life cycle. Better understanding of turbulent processes improves the development of fog forecasting and simulation models.

Feedbacks between turbulent processes and fog microphysics

The research was conducted at the Site Instrumental de Recherche par Télédétection Atmosphérique (SIRTA), Paris, France, by deploying the Eddy covariance measurement system during the winter season of 2012/2013.

The used method, Eddy covariance, is one of the direct methods to assess turbulent fluxes in the atmospheric boundary layer. The method usually relies on high frequency response instruments that can measure three dimensional wind speed and atmospheric scalars in situ in quasi real time.

The Eddy covariance measurement system works well in well-developed turbulence conditions. However, in this study, it was tested for the first time within near to stable atmospheric boundary layer and was found fair results.

Improve fog forecasting

Profound result was obtained in this study that established a clear understanding on the pattern and interaction among turbulent exchange of matters and energies, and fog microphysics in the evolution of fog. Thus, this will be used to improve fog forecasting and simulation models in the long run.


Degefie TibebeDegefie Tibebe has recently completed his PhD degree in Landscape ecology at University of Münster, Germany. He studied remote sensing and GIS (MSc.) from 2005 to 2007 at Addis Ababa University, Ethiopia. Degefie Tibebe was awarded a DAAD scholarship in 2011 to pursue his PhD research at University of Münster. He is an ANSA member since May 2015.

Neues vom DAAD: Prozessorientierte Struktur

Der DAAD hat sich zu Beginn dieses Jahres eine veränderte prozessorientierte Struktur mit dem Motto „Fit für die Zukunft“ gegeben. Damit stellt sich der DAAD neu auf, um grenzenloses Studieren sowie Forschung und Lehre weiterzuentwickeln und voranzubringen.

Im Mittelpunkt stehen dabei internationale Forscher- und Forschungsnetzwerke. In diesem Rahmen will der DAAD zu einer stärkeren internationalen Wissenskultur beitragen.

Die neuen Strukturen ermöglichen dem DAAD zufolge, das bestehende weltweite DAAD-Netzwerk aus Außenstellen, IC-Büros und Lektoraten wirksamer als zuvor zu nutzen. Wissen kann so besser mit den internationalen Partnern geteilt, gesammelt, gebündelt und genutzt werden. Der DAAD unterstützt damit die Ziele der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, sowie der nationalen Wissenschaftspolitik.

Möglichkeiten für ANSA – Intensivierter Austausch

Diese Entwicklungen passen sehr gut zum ANSA-Konzept, den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Sub-Sahara Afrika zu intensivieren und Bildungsprojekte zu fördern. ANSA mit seinem dynamischen Netzwerk, bei dem es sehr stark um interdisziplinären Erfahrungsaustausch geht, wird deshalb auch nach der Umstrukturierung vom DAAD weiter geschätzt und gefördert.

Was bedeutet die neue DAAD-Struktur nun konkret für ANSA e.V. und unsere Mitglieder?

Die beiden Schienen Stipendienprogramme und Projektförderung wurden getrennt. Das alte und neue Regionalreferat ist das Stipendienreferat für Afrika ST32 (zuständig für Subsahara Afrika). Nordafrika/Nahost-Anfragen werden weiterhin in einem separaten Referat betreut. Es gibt aber einen intensiven Austausch zwischen den Referaten.
Außerdem gibt es neue Post- Doktorandenstipendien für afrikanische Stipendiaten:

– Postdoctoral Fellowship Programme in Africa (offen für alle afrikanischen Interessenten)
– Postdoctoral Fellowship Programme in Germany (offen für DAAD-Alumni)
– Staff Exchange Programme (offen für alle afrikanischen Interessenten)

Broschüre
Auch als Broschüre und auf daad.de stellt der Deutsche Akademische Austausch Dienst Informationen zur Neuausrichtung zur Verfügung.

Internationale Netzwerke, Kooperationen und Entwicklungen

Es gibt also viel Neues beim DAAD (siehe auch News Ticker nebenan). ANSA kann davon profitieren und sein Netzwerk erweitern. Insbesondere andere Alumni- Netzwerke in afrikanischen Ländern werden als Austauschpartner interessant sein.

(sb)

In Kürze +++ Der DAAD Ticker +++

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Neue Deutschabteilungen an kenianischen Hochschulen
An der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology (JKUAT) und der Pwani University in Mombasa gibt es ab Jahresmitte DaF-Studiengänge, in denen die deutsche Sprache gefördert wird. Die Kurse werden durch Absolventen des vom DAAD geförderten German Master der University of Nairobi geleitet.
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Alumnitreffen in Namibia
Am 19. und 20. März trafen sich DAAD Stipendiaten aus Namibia und ehemalige deutsche Stipendiaten in Windhoek. Im Mittelpunkt stand das Thema „Higher Education and Employability. A Namibian- German Perspective“. Hierzu gab es interdisziplinäre Seminare und Debatten.
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Ausschreibung In-Country / In-Region- Programm in Ostafrika – erstmalig
Es gibt neue Optionen für Studierende in Ostafrika ein DAAD-Stipendium für Master- oder Postgraduierten-Programme zu erhalten. Hierzu ist das Netz an Forschungseinrichtungen ausgeweitet worden.
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Bundesratspräsident in Südafrika und Mosambik
Vom 14. bis 22. März 2015 besuchte Bundesratspräsident Volker Bouffier mit einer Delegation aus Wissenschaftlern und Ökonomen Südafrika und Mosambik. Hierbei ging es insbesondere um die Vertiefung von Wissenschaftskooperationen sowie weitere Bildungsprojekte.
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(sb)

Perspektiven: Goethes Faust

Hannelore Gärtner: Georg Friedrich Kersting. Seemann, Leipzig 1988 (gemeinfrei)
Faust im Studierzimmer (Gemälde von Georg Friedrich Kersting, 1829)

 

Die Poesie verbindet Welten

Eine Perspektive zu Goethes Faust

Während meines Germanistikstudiums an der Universität Lomé in Togo entdeckte ich einen Text, der auf mich mehr als eine Faszination ausübte: Faust von Johann Wolfgang von Goethe.

Ich war von seiner poetischen sowie seiner thematischen Tragweite so beeindruckt, dass ich mich entschied, ein paar interessante Stellen für mich in meiner Erinnerung festzuhalten. Als Theaterbegeisterter ist diese Entscheidung ein Mittel, dieses monumentale Werk mit einer togoischen Sicht zu prägen. Also Faust in einen Kontext zu transponieren, wohin er gar nicht gehört. Damit ist das Werk nicht nur an den Kreuzpunkt eines „fremden“ Blickes gestellt, sondern eine interkulturelle Brücke geschlagen. So erhält für mich Faust einen Symbolcharakter. Er verbindet mich mit einer Epoche, in der die menschliche Sehnsucht nach Wissen und Erkenntnis so heiß wie noch nie war.

Er ist für mich immer noch aktuell – wegen seines poetischen Charakters und vor allem wegen seiner Thematisierung der menschlichen Sehnsüchte, Träume und Schwäche. Für mich als Togoer ist Faust als ein zeitloser Text zu bezeichnen. Trotz des klassischen Tons des Textes, der den Alltag der Menschen in ihrer Suche nach dem Sinne des Lebens durch Erwerben von Wissen und Erkenntnis ans Tageslicht bringt, ist die Quintessenz des Textes in seinem religiösen Hintergrund zu lesen.

Als Student, der aus einem Land kommt, in dem die Geister- und Ahnenehrung eine Rolle spielt, ist Goethes Faust nicht mehr nur als reiner poetischer Text zu lesen, sondern als ein Vergleich von zwei geographischen Welten, zwei religiösen Welten, zwei Wissenswelten, die weit voneinander liegen, die doch in der Poesie einander so nah kommen.

Die Poesie verbindet Welten. Ohne sie wäre das Leben öde.

Esebio Abalo

Die Vollendung der Literatur?

Eine Perspektive zu Goethes Faust

Meine erste nennenswerte Berührung mit Goethes Faust hatte ich mit fünfzehn Jahren. Es waren gerade Sommerferien und es reihten sich lange, sonnengoldene Nachmittage aneinander, an denen ich halb aus Schuldgefühl, halb als Zugeständnis an meinen Vater, die Playstation ruhen ließ und die unwegsame Natur des nahegelegenen städtischen Parks erkundete. Wir waren gerade erst umgezogen und ich kannte noch niemanden in unserem neuen Viertel, so dass ich mich für meine Streifzüge stets mit einem Buch bewaffnete. Alsbald fiel die Wahl auf jenen weltberühmten deutschen Klassiker, von dem ich schon viel gehört hatte, dessen Inhalt mir aber völlig unbekannt war. Ich wusste nur, dass der Teufel darin eine der Hauptrollen spielte und das schien mir damals ein vortrefflicher Grund zu sein, mich an die Lektüre des vielgelobten Werkes zu machen.

Was ich mir im Voraus als teilweise trockenen, geistigen Gepäckmarsch durch ein angestaubtes, aber wichtiges Buch vorgestellt hatte, erwies sich als fesselnde Lektüre voll von zeitlosen Beobachtungen über das Wesen des Menschen, welche sich zwischen den nahtlos ineinanderfließenden Reimen verbargen. Voll und ganz in den Bann der Geschichte gezogen, vernachlässigte ich in den folgenden Tagen meine Videospiele und verschlang das gesamte Werk in kürzester Zeit – wobei ich einige Passagen mehrfach las. Damals war ich der Ansicht, dass es sich bei Goethes Faust um die Vollendung der Literatur handeln müsse.

Heute, viele Jahre später, ist meine Perspektive ein wenig zurechtgerückt. Den Inhalt des Faust halte ich aber nach wie vor für hochaktuell: Das unnachlässige Streben des Menschen nach Sinn und Bedeutung, der ewige Zwist zwischen dem Geistigen und dem Sinnlichen sowie der immerfort sich wiederholende Kreislauf aus Neugier, Versuchung und Einsicht sind meiner Meinung nach damals wie heute zentrale Motive aus welchen unser Tun und Schaffen sich ergibt – und in wenigen Werken finden sie eine derart melodische und fühlbare Entsprechung wie in Goethes Faust.

Nadim Sah

EsebioNadimEsebio wurde in Togo geboren und ist dort aufgewachsen. Er hat u.a. in Togo (Université de Lomé) und in Deutschland (Johannes Gutenberg Universität) Germanistik studiert und als Deutschlehrer und Radiomoderator gearbeitet. Dank eines DAAD-Stipendiums promoviert er in Medienwissenschaft an der Universität Bayreuth. Er lebt aktuell in Berlin. Nadim wurde in Berlin geboren und ist dort aufgewachsen. Er hat unter anderem in Südafrika, Kanada und Frankreich studiert und gearbeitet. Er lebt aktuell in Berlin und Leiden (Niederlande).

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