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Zum Lesen und Drucken im stylischen ANSA-Insights-Layout gibt es die ANSA Insights 2.2015 hier als PDF zum Download. Verstreut in der Ausgabe findest du auch Teilnehmerstimmen zur jüngsten ANSA Konferenz in Bayreuth.

Alle anderen Beiträge kannst du auch direkt hier auf der Seite lesen – jetzt auch mit Bildern, in Farbe und bunt. Einfach nach unten scrollen!

Liebe ANSAs, liebe ANSA-Interessierte,

unser Netzwerk wächst und wächst. Und mit steigenden Mitgliederzahlen und steigendem Alter des Vereins sind wir auch immer mehr über die ganze Welt verteilt. Momentan leben ANSA- Mitglieder außer in Deutschland in u.a. England, Belgien, Österreich, Äthiopien, Südafrika, Kamerun und in der Demokratischen Republik Kongo. Umso besser, dass wir so viele Möglichkeiten haben um auch aus der Ferne zu verfolgen, was es bei ANSA Neues gibt. Ob auf unserer Website, die gerade einen Relaunch erfahren hat oder eben in der vorliegenden Ausgabe der Insights.

Dieses Mal beinhaltet die Konferenzberichterstattung Feedback von Teilnehmenden und Eindrücke der Vortragenden, um auch die einzigartige Stimmung auf ANSA-Konferenzen abzubilden.

Nicht zuletzt sei auch auf die spannenden und vielfältigen Artikel von Mitgliedern in dieser Ausgabe hingewiesen. Von Flüchtlingsthematik über Literacy-Projekt und Arbeitserfahrungen ist diesmal wieder für jeden etwas Spannendes dabei.

Viel Spaß beim Lesen wünschen

Carla und die ANSA Insights Redaktion

Moderne Wissenschaft und Spiritualität

ANSA Konferenz 2015 in Bayreuth

Die Konferenzen des Alumni Netzwerk Subsahara Afrika bieten den TeilnehmerInnen nicht nur die Gelegenheit, einander und die präsentierten Themen kennen zu lernen, sondern auch verschiedene deutsche Städte zu erkunden. Zum Einstieg der Konferenz unter dem Rahmenthema „Moderne Wissenschaft und Spiritualität: Auswirkungen auf Entwicklung in Afrika und in Europa“ gab es daher eine mehrstündige Stadtführung durch Bayreuth.

Beleuchtet wurde dabei neben bekannten Persönlichkeiten wie Richard Wagner auch die wechselvolle Geschichte der Stadt, u.a. in Bezug aufReligion. So musste die Bevölkerung, wie in vielen anderen deutschen Städten ihre Religion der des aktuellen Herrschers anpassen. Heute ist die oberfränkische Stadt trotz einer katholisch geprägten bayrischen Regierung zu über 50 Prozent evangelisch.

Voudon & Global Investment

Nach der Mitgliederversammlung (siehe Seite 6) wurde der öffentliche Teil der Konferenz am Samstagmittag durch eine Keynote unter dem Titel „Incompatible words“ von Prince Randy Alam Sogan eröffnet. Der Investor sprach darüber, wie er den Glauben und die Praktiken von Voudon mit seiner Tätigkeit als Präsident eines globalen Investment-Unternehmens verbindet. Dabei betonte er u.a. die verzerrte Wahrnehmung von Voudon im Westen (Voodoo-Puppen etc.). Dem stellte er Voudon als ganzheitliche Betrachtung des Universums und vielfältige Religion gegenüber, die, teilweise unter anderem Namen, über so gut wie ganz Afrika verteilt sei. Sogan berichtete, dass er auch Investmententscheidungen basierend auf den Ergebnissen von Voudon-Ritualen fälle. Außerdem gab er Beispiele, dass sich auch westliche Länder in Fällen von Waldbränden an Voudon-Priester wenden, damit diese es regnen lassen. Umstritten waren in den  folgenden Diskussionen während der Konferenz seine Aussagen über Pflanzenmischungen, die nach seiner Aussage, auf dem Körper aufgetragen, gegen jeglichen Angriff, auch durch Waffen, unverwundbar machen. Positiv merkten mehrere ZuhörerInnen an, dass Sogan sich für eine anderen Religionen gegenüber gleichberechtigte Wahrnehmung von Voudon einsetzt.

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Alltägliche Spiritualität in Deutschland

Jens Nordlohne berichtete per Videoschaltung unter dem Titel „Spiritualität in Deutschland“ über seine Erfahrungen aus der norddeutschen Provinz. Der Journalist beschrieb dabei seinen teilweisen Sinneswandel in Bezug auf spirituelle Behandlungsmethoden. Während er früher bestrebt war, solche Methoden logisch-wissenschaftlich zu widerlegen, haben ihn zahlreiche Erfahrungen mit Heilern im Kehdinger Land – die sich üblicherweise selbst nicht so bezeichnen – dazu gebracht, deren Angebote, zusätzlich zur Schulmedizin, in Anspruch zu nehmen. Dazu zählt unter anderem Handauflegen. Gefragt, warum er, wenn er die Wirkung dieser spirituellen Praktiken selbst erlebt habe, nicht versuche, die darunter liegenden wissenschaftlichen Prinzipien zu finden, antwortete er mit: „Ich bin inzwischen soweit, dass es mir reicht, dass es funktioniert. Ich muss nicht wissen warum.“

Vielfältige & spontane Präsentationen

Es folgten Beiträge der TeilnehmerInnen. Ziel dieser Beiträge ist es, die Vielfalt der Forschung und Projekte von Deutschen in Afrika und AfrikanerInnen in Deutschland zu zeigen. Um Inhalten aller Disziplinen eine Chance zu geben, müssen diese nicht mit dem Rahmenthema der Konferenz im Zusammenhang stehen.

Zu den Beiträgen „Spirituality in a refugee camp: a local perspective on development“ von Janna Miletzki und „Factors that Influence Citizen Participation in Devolved Funds in Uasin Gishu County, Kenya“ von Nicholas Walter Otieno Ajwang gibt es auf den folgenden Seiten ausführliche Berichte der Vortragenden.

Außerdem präsentierte Bettina Böhm zu „Macht, Kindheiten und sexueller Missbrauch in Ghana: Präventionsarbeit im internationalen Raum“,  Barbara Koch zu „Teaching at university in Madagascar – didactic and cultural challenges and possibilities“ und – spontan für einen anderen naturwissenschaftlichen Vortrag einge- sprungen – Selorme Adukpo zu „Study of triggering receptor expressed on myeloid cells (TREM)-1 and Malaria.“

„You’re all Africans.“

Abgeschlossen wurde der Samstag durch das ANSA Team Cooking. Beim gemeinsamen Kochen wurde trotz unerwarteter technischer Gebrechen nicht nur mehr als genug schmackhaftes Essen produziert, sondern vor allem auch das Team Building und Networking vorangetrieben. Abgeschlossen wurde der Abend mit Tanz und Musik aus ganz Afrika. Die Tatsache, dass sich auch die anwesenden Deutschen zur Musik bewegen konnten, wurde u.a. überrascht mit „Oh my god, you’re all Africans“ kommentiert.

Spiritualität & Tourismus

Der Sonntag wurde durch die Keynote von Jenny Scheffler vom Institut für Afrikastudien der Universität Bayreuth eröffnet. Sie präsentierte wie Spiritualität und traditionelles Wissen ein wirtschaftlicher Faktor, z.B. im Tourismus, sein kann. Fokus war dabei ihre eigene Forschung zu Touristen und San-sprechenden Gruppen im südlichen Afrika. Obwohl kommerzieller postmoderner Massentourismus traditionellen Konzepten wie Gastfreundschaft zu widersprechen scheine, sei die Realität facettenreicher, so Scheffler. Die Präsentation zeigte Aspekte und Phänomene, die sich ergeben, wenn traditionelle Kultur und Spiritualität mit Einkommensgenerierung für marginalisierte Gruppen verbunden werden. Scheffler beleuchtete dabei unter anderem die verschiedenen Ansprüche an Authentizität, die entweder eine möglichst traditionelle Inszenierung von Leben und spirituellen Bräuchen beschreibt oder eine dem tatsächlichen, aktuellen Alltag entsprechende Lebensrealität, die auch moderne Elemente nicht ausklammert. In der folgenden Diskussion wurden insbesondere dieses Thema sowie das Forschungsdesign diskutiert.

Jugendliche Zulu tanzen. Authentisch?
Jugendliche Zulu tanzen. Authentisch?

Erfahrungen der Vortragenden

In den parallel laufenden Sessions des Nachmittags präsentierte Fred Ongarora  zu „Overcoming challenges of discrimination of women on cultural grounds“, Kombat Alex Moyem zu „Implementation of environmental taxation in Ghana“ und Malte Jahnke über „Das Bild von Afrika an deutschen Schulen“. Alle drei Vortragenden haben Ihre Präsentation und ihre Erfahrung während der Präsentation auf den folgenden Seiten für die Insights-Leser zusammen- gefasst.

Weitere Teilnehmer-Vorträge waren „Spiritualität bei der Überquerung des Mittelmeeres“ (Lisa Täger) sowie „And I didn’t find the monster. The self-reflexive montage. A presentation about the documentary ‚We Are The Others‘“ (Antje Akkermann).

Teilnehmer der ANSA-Konferenz 2015 in Bayreuth
Die Teilnehmer der ANSA-Konferenz 2015 in Bayreuth

Danke an Helfer!

Dank des guten bestehenden Netzwerks und zahlreicher Freiwilliger unter den TeilnehmerInnen ist die Konferenz trotz spontan auftretender technischer Probleme – sowohl ein Beamer als auch eine von zwei Küchen verweigerten den Dienst – erfolgreich verlaufen. Der Vorstand und das Konferenz-Orga-Team möchten daher an dieser Stelle nochmals den großen Einsatz hervorheben, den die ANSA-Mitglieder im Vorfeld und während der Konferenz für den Erhalt dieses Netzwerkes von DAAD-Alumni bringen.  (ar)

Spirituality in a refugee camp – A local perspective on development

Alumni Beitrag zur ANSA-Konferenz 2015
von Janna Miletzki

Da mir der DAAD einen wichtigen Teil der Promotion ermöglicht hat, nämlich meine einjährige Feldforschung in Tansania im Jahr 2012, hat es mich sehr gefreut, nun das Resultat meiner Forschung anderen Stipendiaten und Alumni des DAAD vorzustellen zu können. Gemäß des diesjährigen Themas der ANSA Konferenz, wählte ich als Titel für meine Präsentation „Spirituality in a refugee camp: a local perspective on development“.

In meiner Doktorarbeit habe ich mit qualitativen Methoden, d.h. durch Interviews und teilnehmende Beobachtung, erforscht, inwiefern burundische Flüchtlinge, die 1972 vor dem Bürgerkrieg in Burundi geflohen waren, in der Flüchtlingssiedlung Ulyankulu in Tansania ein Zugehörigkeitsgefühl zum Gastland entwickelt haben, obwohl sie für mehr als 40 Jahre von der Staatsbürgerschaft ausgeschlossen waren. In der Präsentation in Bayreuth habe ich gezeigt, dass Spiritualität auf ihrem Weg zur Einbürgerung in Tansania (die nach meiner Feldforschung im Oktober 2014 tatsächlich stattfand) eine wichtige Rolle spielte. Anhand von Fotos und Landkarten habe ich die Situation in Tansania veranschaulicht.

Burundische Flüchtlinge erhielten die Staatsbürgerschaft von Präsident Kikwete
Burundische Flüchtlinge erhielten die Staatsbürgerschaft von Präsident Kikwete

Nach der Präsentation gab es Zeit zur Diskussion. Dabei bezog sich eine Zuhörerfrage auf den geschichtlichen Hintergrund des Bürgerkriegs in Burundi. Eine Teilnehmerin fragte, ob und warum die Flüchtlinge nicht die Möglichkeit hatten, in ihr Heimatland zurückzukehren. Tatsächlich gelang ca. 20% der Flüchtlinge zwischen 2008 und 2009 die Repatriierung nach Burundi, aber die Mehrheit, besonders die zweite Generation der Flüchtlinge, entschied sich dafür, in Tansania zu bleiben. Ein weiterer Konferenzteilnehmer fragte mich schließlich, anhand welcher Indikatoren ich die zentrale Forschungsfrage meiner Doktorarbeit beantwortet habe.

Nach dieser Diskussion sprachen mich einige KonferenzteilnehmerInnen an. Von Interesse war für eine Zuhörerin auch meine Erfahrung mit der Verteidigung der Doktorarbeit. Insgesamt waren für mich  Vortrag, Diskussion und Gespräche herausfordernd, interessant und sehr bereichernd.


Jana MiletzkiJanna Miletzki wurde in Berlin geboren und ist dort aufgewachsen. Sie hat eine Promotion im Fach Humangeographie an der London School of Economics and Political Science (LSE) abgeschlossen. Sie arbeitet zurzeit bei der britischen Equality and Human Rights Commission. Seit 2015 ist sie ANSA-Mitglied.

Overcoming discrimination – Economic implications of culture on development of women

Alumni Beitrag zur ANSA-Konferenz 2015
von Fred O. Nyagaka

My presentation was one among the six slotted for 18 October. The focus of the topic was on overcoming challenges paused by culture in a bid to stump out discrimination on women, particularly in the development of women in the Kenyan context. It consisted of a discussion on the socio-economic circumstances of women in Kenya and the legal, policy and practical steps that are being taken by government, citizens, civil society and other actors towards eliminating discrimination of women on cultural grounds. It also considered the constitutional requirement of the realization of the right to culture yet there are many aspects of culture which discriminate against women. Practical recommendations were then made on this apparent dilemma.

Participants ANSA Conference 2015
The audience of the ANSA conferences is usually quite well mixed in terms of gender.

The rationale for the presentation was to teach the conference participants on how the right to non-discrimination of women and culture interplay in economic and social fronts. It was also to enlighten them on the legal framework at international, regional and national levels. This is premised on the undeniable fact that women all over the world have always been discriminated by both men and even other women particularly due to cultural and political dominance reasons – a practice which ought to be done away with, not just in the Kenyan context but in Africa and globally. Furthermore coming from a background where women suffer daily due to cultural stereotypes issues of women and equality with men have been my passion and project in the human rights field from time immemorial.

The presentation was made to a sizeable, enthusiastic audience who not only participated in a lively discussion after the initial presentation but also asked insightful questions and made great recommendations. Presenting to an audience drawn from various academic fields and their reaction towards the content enriched my experience through their perceptions of legal issues and the social phenomena.


Fred O. NyagakaFred O. Nyagaka, LL.B., LL.M, PhD Candi- date at Humboldt-University of Berlin is ANSA member since 2014. Born and raised in Kenya, he studied a Bachelor of Laws degree in the University of Nairobi before proceeding to the Ohio Northern University, USA for his Master of Laws degree. He is a lawyer by profession and a lecturer, Faculty of Law, Kisii University, Kenya. He is the Chair of Public Law in the School of Law, Kisii, and currently on study leave.

Afrika - arm, hungrig, ländlich? – Stereotype an deutschen Schulen

Alumni Beitrag zur ANSA-Konferenz 2015
von Malte Jahnke

2014 in Lingen fand das erste Mal unsere fantastische Fotoausstellung „Merk+würdig“ statt: sie zeigt bemerkenswerte Fotos, die meist von deutschen ANSA- Mitgliedern in Afrika geschossen wurden. Ich sprach damals mit einigen Konferenzteilnehmern aus afrikanischen Ländern – sie fragten, warum die Ausstellung sich so sehr auf Armut fokussiere und gaben zu bedenken, dass dadurch ein ‚falsches‘ Afrikabild vermittelt werden könne.

Seit meiner Rückkehr aus Südafrika 2012 habe ich vermehrt über das Image Afrikas nachgedacht – die Diskussion zur Fotoausstellung gab mir weitere Denkanstöße. Als zukünftiger Lehrer beschloss ich, meine Masterarbeit über etablierte Afrikabilder von Schülerinnen und Schülern (SuS) zu verfassen. In einer Umfrage unter knapp 300 SuS fragte ich u.a. nach Assoziationen mit Afrika: bei zwei möglichen Antworten wurde in 70% der Fälle Armut genannt. Weitere 62% nannten Hunger, und 11% das Arbeiten auf dem Land – im Gegensatz dazu nur 1% Arbeiten in der Stadt. Afrika wurde auf denkwürdige Art und Weise auf Armut, Hunger und ländliches Leben reduziert – welche Rolle spielt hierbei das Schulbuch, als einer der Medien, über die SuS viel über Afrika erfahren?

Assoziationen von Schülerinnen und Schülern zu Subsahara Afrika
Malte Jahnke präsentiert eine Visualisierung der häufigsten SuS-Assoziationen.

Auf Basis der Befragung untersuchte ich zwei aktuelle (2014) Schulbücher zu Subsahara Afrika der Verlage Klett und Westermann. In beiden Büchern werden etablierte Stereotype von Afrika teilweise reflektiert – ein positiver Aspekt. Allerdings ist die Darstellung Afrikas im Schulbuch von Klett äußerst fragwürdig. Auf fast der Hälfte der Abbildungen (44 %) und einem Drittel der Texte (30%) wird Armut thematisiert, auch Hunger in Afrika wird im Klett-Buch oft und auf schockierende Art und Weise gezeigt. Während ‚Arbeiten auf dem Land‘ in Text und Bild häufig thematisiert wird, spielt Arbeiten in der Stadt keine Rolle (Thematisierung in 1% der Texte; 6% der Abbildungen). Das Schulbuch von Klett bestätigt also bestehende Vorurteile junger Menschen über Afrika als Kontinent der Armut, des Hungers und des ländlichen Lebens.

Positiv werde ich die Diskussion im Anschluss an meinem Vortrag in Bayreuth in Erinnerung behalten; einige Alumni aus afrikanischen Ländern zeigten sich erfreut darüber, dass das in Deutschland etablierte und reproduzierte Afrikabild zunehmend reflektiert wird. Es gibt vielfältige Probleme in Afrika, die ein Schulbuch auch thematisieren muss. Zu beachten ist jedoch, sich nicht der „Gefahr einer einzigen Geschichte“ auszusetzen („The danger of the single story“; Chimamanda Adichie): Denn es gibt Armut in Afrika, aber auch Reichtum. Es gibt ländliches Leben, aber auch städtisches. Es gibt Hunger, aber Afrika ist kein hungernder Kontinent.


Malte JahnkeMalte Jahnke wurde in Hannover, Deutschland geboren und ist dort aufgewachsen. Er hat Lehramt (Fächer: Geographie und Englisch) in Münster, Bremen und Stellenbosch (SA) studiert und arbeitet aktuell beim UNESCO Institute for Livelong Learning in Hamburg. Er ist seit 2012 ANSA-Mitglied und möchte neuerdings die Schulbuchproduktion in Deutschland revolutionieren.

Devolved Funds in Kenya – The genesis of decentralised structures

Before independence, missionaries and charitable organizations endeavoured to reach rural Africa with education, health and other social services. They were supported by the colonial government funds so that the two could help in subverting the independence struggle. In addition, following the end of the WWII, there was a deliberate move towards development as many formerly colonized countries were languishing in poverty because of the war. Agriculture, which was the main occupation in the colonies, had suffered disastrous consequences, especially given that the colonial agriculture had been linked to the export economy, which was affected by the great depression of the 1930s.

When Kenya attained independence in 1963, the government then deliberately begun to pursue decentralised development policies.  It set to encourage political equality; social justice; human dignity including freedom of conscience; freedom from want, disease, and exploitation; equal opportunities; and high and growing per capita income, equitably distributed.

Over the years, the government became more sensitive to issues of regional/ethnic inequality that had pervaded the previous years and it therefore introduced the District Focus initiatives. However, as the state efforts to spur local development faded into near oblivion, coupled with fundamental weaknesses in the focus of public spending, characterized by persistent weak spending of the development budget for investments that could open up hitherto marginalized areas, expenditure reforms were initiated which were accompanied by the introduction of various decentralized funds. In the economic crisis that struck in the 1970s, most countries responded, at the prompting of international financial institutions, by adopting Structural Adjustment Programmes (SAPs), which approached decentralization to local governments as a possible mechanism for cutting back central government expenditures.

The decentralization reforms have incorporated the participatory planning process. Unlike at the national level where bureaucratic discretion determines allocation of public resources, there are a number of local funds whose allocation to the local levels is formalized, and have helped to improve the hitherto marginalized areas and groups; improve service delivery at local level through an efficient allocation of resources.


Nicholas Walter Otieno AjwangNicholas Walter Otieno Ajwang’ was born in Kisimu, Kenya. He completed his MA in Sociology at Egerton University in Nakuru, Kenya, before moving to the University of Duisburg-Essen for his Ph.D. He joined ANSA during the conference in October 2015.

Mitgliederversammlung 2015

In Bayreuth fand am 17.10.2015 auch die Mitgliederversammlung von ANSA e.V. statt. Es wurden die Aktivitäten des vergangenen Jahres, wie z.B. die am gleichen Tag gelaunchte neue Website, das Magazin ANSA Insights oder die letzten Stationen der Fotoausstellung präsentiert. Zahlreiche Konferenz-Teilnehmer traten vor Ort dem Verein bei, so dass ANSA e.V. jetzt mehr als 100 ordentliche Mitglieder hat. (Siehe dazu auch ANSA in Zahlen, Seite 14).

Einige Teilnehmer haben gleich vor Ort ihren Mitgliedsantrag eingereicht.
Einige Teilnehmer haben gleich vor Ort ihren Mitgliedsantrag eingereicht.

Nadim und Babette neu im Vorstand

Der letzte Punkt auf der Tagesordnung der MV waren wie jedes Jahr dieVorstandswahlen. Die 44 anwesenden Mitglieder wählten Carla Dietzel, Andreas Rothe und Lisa Wennekes wieder in den Vorstand. Anna Ramella und Fasil Beyene kandidierten dieses Jahr nicht mehr. ANSA dankt ihnen für ihr Engagement im Vorstand in den letzten Jahren. Neu im Vorstand begrüßen können wir Nadim Sah und Babette Josiane Guimbang Abanda. In der folgenden Vorstandskonferenz wählte der Vorstand Andreas Rothe zum Vorsitzenden und Carla Dietzel zur stellvertretenden Vorsitzenden.

44 stimmberechtigte Mitglieder haben u.a. über den neuen Vorstand entschieden.
44 stimmberechtigte Mitglieder haben u.a. über den neuen Vorstand entschieden.

Why I never wanted to work in HIV or Agriculture

ANSAs at work

When I first applied for jobs, I ended up with one for which (in my view) I had few qualifications and the greatest respect. I never wanted to work in the field of HIV: How was I supposed to impose something on people’s sexuality? In 2011, I was on a plane to Malawi to work as a GIZ scholar to facilitate HIV programmes in workplaces.

In 2012, I applied with GIZ as a development advisor for HIV workplace programmes in South Africa. I grew up on a dairy farm, had early in my life established that I never wanted to work in agriculture: the long hours, no weekends, no holidays; it was hard labour. I arrived in South Africa to extend a workplace programme from the automotive into the agriculture sector.

In a team of 7 (two of us in the agriculture programme), we developed a comprehensive programme with and for farmers and workers. Our goal is to improve workers‘ health seeking be- haviour and knowledge, reduce stigma and contribute towards productivity in the workplace. We spend several days a week on our partner farms in the Sarah Baartman District/Eastern Cape, mostly citrus growers.

Arbeiter im süaafrikanischen Eastern Cape profitieren von den Programmen.
Arbeiter im südafrikanischen Eastern Cape profitieren von den Programmen.

The purpose of the programme is to empower farm workers to implement and manage a wellness programme in their workplace. That includes ongoing education for all workers, annual health service days on the farm, referral to support services and the development of helpful networks. The programme has since received recognition and awards on local and national level.

Farm workers are vulnerable: Many are migrant workers with little social support, little education (many cannot read and write), little access to health services – but passionate to develop their communities. Farm owners support that, because they understand that employee well-being influences workplace performance.

Workers embrace the chance to
learn and make informed decisions

The programme has been welcomed with open arms by farms owners and workers alike. It creates hope and boosts confidence. Today, it focuses on HIV and AIDS, Tuberculosis and alcohol abuse. It touches on gender based violence, basic money skills and lifestyle diseases.

I am proud of what we have achieved; and thankful that farm workers embrace the opportunity to learn and to take informed decisions about their lives. And that is how I ended up with a Wellness Programme with a focus on HIV and AIDS in the Agriculture sector.

I have never regretted it.


Martina OsterndorffMartina Osterndorff wurde in Deutschland geboren und ist dort aufgewachsen. Sie hat u.a. Soziologie in Deutschland und Südafrika studiert und in Malawi gearbeitet. Sie lebt aktuell in Port Elizabeth/Südafrika und arbeitet als Entwicklungshelferin für die GIZ. Sie ist seit 2015 ANSA-Mitglied.


Hinweis: Das o.g. Vorhaben wird von der Deutschen Bundesregierung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit mit Südafrika finanziert. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung der Autorin wieder.

Apropos... ...Grenzen

EU-Außengrenzen in Marokko und die „grenzwertige“ Migrationspolitik der EU

von Lisa Täger

Steigende Zahlen von Menschen, die über die nordafrikanischen Mittelmeerstaaten versuchen, in die EU einzureisen, sich häufende Todesfälle im Mittelmeer und Nachrichten über die Lage von blockierten Reisenden in Nordafrika haben mich dazu veranlasst, nach Marokko zu fliegen und  mir in Eigeninitiative ein Bild von der dortigen Lage zu verschaffen.

Drei Monate habe ich mit migrantischen Selbstorganisationen, No-Borders- AktivistInnen und Menschenrechtsorganisationen gearbeitet, mich mit Organisatoren, Bootskapitänen und Reisenden getroffen, versteckte Camps an den Zäunen zu den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla und die Erstaufnahmelager auf spanischem Boden besucht.

Mein Ziel war es, möglichst viele Informationen zur Lage an der EU-Außengrenze zusammenzutragen, Vorkommnisse zu dokumentieren und den von der radikalen Abschottungspolitik Betroffenen eine Stimme in Form von Interviews zu verleihen.

Zwei Personen blicken auf den Zaun von Ceuta.
Blick auf den Zaun von Ceuta.

Was ich in Marokko erleben musste an Polizeigewalt, Rassismus und direkten Auswirkungen des europäischen Grenz- regimes hat mich nicht nur emotional betroffen, sondern auch wütend gemacht, und mich in meinem Kampf für offene Grenzen und Bewegungsfreiheit bestärkt.

Meine Erfahrungen und Erkenntnisse teile ich nun über Infoveranstaltungen in diversen deutschen Städten, um publik zu machen, was eigentlich an den EU-Außengrenzen unter „unserer“ Verantwortung passiert.

Die Abriegelung Europas

Die Lage von Migrierenden in Marokko verschärft sich zusehends. Um das spanische Melilla wird momentan der vierte Zaun fertiggestellt, gespickt mit rasiermesser- scharfem Stacheldraht und vor einem Graben, in dem Glasscherben staken. Ein einprägsameres Bild von der „Festung Europa“ gibt es kaum. Aber auch die  Meeresgrenze wird immer hermetischer abgeriegelt: 9 von 10 Schlauchbooten, in denen die Menschen nachts die Überfahrt über die Straße von Gibraltar wagen, werden abgefangen.

Marokko wird immer mehr zu einer Sackgasse für Migrierende – und jeden Tag kommen neue Menschen über die Sahara, aus Ländern wie Mali und Nigeria, in denen momentan Gewalt und Anschläge ein sicheres Leben unmöglich machen, oder aus dem Senegal, in dem die Menschen keine Perspektive sehen, sich und ihre Familie langfristig zu versorgen.

Ein sogenannter Bunker im Wald vor Ceuta. So leben die Menschen dort teils jahrelang.
Ein sogenannter Bunker im Wald vor Ceuta. So leben die Menschen dort teils jahrelang.

Spannungen im
marokkanischen Grenzgebiet

Soziale Spannungen unter den Communities und mit der marokkanischen Bevölkerung nahmen in den letzten Wochen solche Ausmaße an, dass die marokkanische Polizei eingriff und in Tanger, dem Brennpunkt der Spannungen, Massendeportationen durchführte – mehrere Menschen starben, viele wurden verletzt und noch mehr verloren jegliche Existenzgrundlage. Am 01.12.2015 sind bei Räumungen von Lagern in den Wäldern um die spanische Enklave Ceuta zwei Kameruner verbrannt – namenlos, ohne Rechte, ungesehen von der Weltöffentlichkeit. Die EU verschließt die Augen vor der marokkanischen Grenzsicherungsstrategie – braucht man den Mittelmeer-anrainerstaat doch um die Einreise von Migrierenden nach Spanien zu verhindern. Der Zweck heiligt die Mittel.

Forderungen an die EU

Und immer noch kommen täglich Menschen in Tanger an, die bereit sind, all dies auf sich zu nehmen, um nach Europa zu gelangen. Es wird Zeit, dass die Europäische Union versteht, dass diese Menschen immer weiter versuchen werden, in die EU zu gelangen. Der Druck muss so enorm sein, dem sie in ihren Herkunftsländern ausgesetzt sind, egal ob sie aus ökonomischen Gründen migrieren oder auf der Suche nach Sicherheit sind, dass eine weitere Abschottung der EU-Außengrenzen nicht Migration verhindern, sondern nur Migrationswege (noch) gefährlicher und beschwerlicher gestalten wird. Und die Finanzmittel für die „Grenzsicherung“ wären in verbesserte Aufnahmestrukturen in den EU-Ländern wesentlich besser investiert.


Lisa TägerLisa Täger wurde in Hamburg/Deutschland geboren und ist dort aufgewachsen. Sie hat in Leipzig den BA  Afrikastudien studiert, mit einem Auslandssemester in Addis Abeba/Äthiopien. Momentan studiert sie den MA Soziale Arbeit mit der Vertiefung „Internationale Beziehungen“ in Erfurt. Sie ist seit 2013 ANSA-Mitglied.

Sharing successful Literacy Projects in Sub-Saharan Africa

Ein Aufruf
von Malte Jahnke

Lack of adequate literary skills is one of the major obstacles that needs to be overcome in order to ensure sustainable development in many regions of the world – as well as in Sub-Saharan Africa. Promoting Literacy is an outstanding strategy to promote development and ultimately well-being.

Reading & Writing as basic skills

During an internship at the UNESCO Institute for Lifelong Learning in Hamburg I have been helping to extend an online platform called “Effective Literacy and Numeracy Practices Database” (LitBase). Through the database, UNESCO intends to share successful projects that promote youth and adult literacy. By sharing this information, civil society and governments can learn valuable lessons from previous successful projects. Due to its potential to promote literacy I believe that the platform should be made available to an even broader audience.

If you are interested in the promotion of Literacy in Africa or elsewhere, whether for academic purposes or just for your own interest, feel invited to check out our existing database, with more than 190 case studies. We would be delighted to find out about more interesting Literacy projects for youth and adults you might have heard about, e.g. from your country.

Screenshot Litbase

Submit your projects

Please feel free to contact us if you know about existing projects or if you are involved in one yourself! Your programme might be the next one featured on LitBase, as an example of how to promote Literacy for a sustainable development in the future.

Website in English/French:
www.unesco.org/uil/litbase

Contact:
uil-litbase@unesco.org

Pastoralism and socio-technological transformation in Northern Benin

Mitgliederforschung

I have successfully carried out studies with different national and international centers, including the Nigerian Institute of Social and Economic Research and the Institute of Research and Development Method Applications in France, etc. I am very concerned with the environmental and socio-technological changes and adaptations in the agricultural and pastoralist societies in West Africa. Thus, my doctoral dissertation is entitled “Pastoralism and socio-technological transformations in Northern Benin: implications for environmental change policies”.

Fulani citizenship
constantly challenged

Through my doctoral research, I have shown how the agricultural, environmental and land policies in Benin have fueled the imbalanced power relations between the herders and their farmer neighbors. Various technologies such as tractors, pesticides, chainsaws, land certificates and so forth are now more available to farmers who appropriate them and increase their control over land. Within this context, strangeness and landlessness discourses are used against Fulani pastoralists and their local citizenship is constantly challenged. Therefore, the co-existence between rural actors has become more conflictive than ever.

The study has also elucidated how Fulani pastoralists tried to cope with the dwindling of resources by taking advantage of the communication and transportation technologies that have become more accessible to them during these last decades. I have argued that the livelihood diversification is the main strategy used by the pastoralists to sustain in the face of risks and uncertainties.

Map of Benin
Map of Benin

Suggestions for
pastoral development

Another interesting aspect of my thesis lies in his analysis of the identity politics among pastoralists. I have shown that many Fulani elites by mediating between their local constituencies and the external partners have become professional development brokers, without being able to solve the main concerns of the pastoralists. All these results enabled me to make valuable suggestions for better addressing some key issues of pastoral development in West Africa.


Georges DjohyGeorges Djohy is a Beninese, graduated with a Diploma in Agricultural Eco- nomics and Rural Sociology from the University of Para- kou, Benin, where he is enrolled since 2010 as Research Assistant. In 2012 he won a scholarship from the German Academic Exchange Service (DAAD), to complete his doctoral research at the Institute for Social and Cultural Anthropology of the Georg-August University of Göttingen, Germany. Mr. Djohy is a member of ANSA e.v. since 2013 and works actively in highlighting the association both in Germany and in West Africa which is his favorite field of research.

Neues vom DAAD: Austausch steigt kontinuierlich an

Ständiger globaler Austausch, alte Paradigmen in Frage stellen, neue Ideen und interdisziplinäre Netzwerke entwickeln – so sieht internationale Forschung heute aus. Aber trifft dies schon ausnahmslos zu, oder gibt es hier noch Entwicklungspotential? Der Bericht „Wissenschaft weltoffen 2015“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), und dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), der vor kurzem in Berlin vorgestellt wurde, zeigt, dass der globale Austausch von 2009 bis 2014 zugenommen hat. Hierzu gehört auch, dass es immer mehr internationale Studierende an deutschen Hochschulen gibt (mittlerweile über 300.000). Viele Studierende möchten auch über das Studium hinaus für einen bestimmten Zeitraum weiter in Deutschland leben, forschen und arbeiten.

Insights_2015_2_Afrikanische_Studierende_ in_Deutschland
Studienanfänger nach Herkunftsregion seit 2002, in: DAAD und DZHW: Wissenschaft weltoffen, Daten und Fakten zur Internationalität von Studium und Forschung in Deutschland, Bonn 2015

Schaut man sich die Zahlen für Nord- und Subsahara-Afrika an, dann ergibt sich ein gemischtes Bild: Aus Nord- und Subsahara-Afrika zusammengenommen kommen insgesamt 21.092 also nur 9,6 Prozent der Studierenden an deutsche Hochschulen (Stand 2014). Hierbei ist Nordafrika am Stärksten vertreten – vor Westafrika und Ost- sowie Südafrika. Zu den Staaten aus denen relativ viele Studierende kommen, zählen Marokko und Kamerun. Bei den Fächern liegen insbesondere die Ingenieurwissenschaften vorne, gefolgt von den Sprach- und Kulturwissenschaften sowie BWL und Rechtswissenschaften.

9,6% Incoming und 5% Outgoing

Die Zahl der deutschen Studierenden im Ausland ist insgesamt um rund 2 Prozent auf 138.000 gestiegen nach dem Stand 2012. Viele Studierende gehen nach wie vor in europäische Nachbarländer, nur rund 5 Prozent machen ein Auslandsemester oder Jahr in Subsahara-Afrika. Bei den Graduierten und Promovierten sind es gerade mal 8 Prozent, die in der Regel nur für ein paar Monate bleiben. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Fächer BWL und Sprach- und Kulturwissenschaften.

Quelle: 1. Abb.: A35 Studienanfänger nach Herkunftsregion seit 2002, und 2. Abb.: B27 Gastregionen deutscher Studierender bei Studienbezogenen Auslandslandsaufenthalten 2015 in %, in: DAAD und DZHW: Wissenschaft weltoffen, Daten und Fakten zur Internationalität von Studium und Forschung in Deutschland, Bonn 2015, S. 26 und S. 56.
Gastregionen deutscher Studierender bei Studienbezogenen Auslandslandsaufenthalten 2015 in %, in: DAAD und DZHW: Wissenschaft weltoffen, Daten und Fakten zur Internationalität von Studium und Forschung in Deutschland, Bonn 2015

Netzwerke zwischen Deutschland und Afrika müssen gestärkt werden

Es zeigt sich somit, dass „Wissenschaft weltoffen“ in Bezug auf Subsahara-Afrika zwar kontinuierlich stattfindet, Netzwerke aber gestärkt und weiterentwickelt werden müssen. Netzwerke wie ANSA e.V. sind dabei von zentraler Bedeutung, um im Kleinen Brücken zu schlagen und den Austausch zu erweitern und zu vertiefen. Hierzu kann ANSA auf unterschiedlichen Wegen – von Konferenzen, über Projekte und als berufliches Netzwerk mit Expertise in unterschiedlichen Themengebieten –  auch in Zukunft einen Beitrag leisten. (sb)

In Kürze +++ Der DAAD Ticker +++

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Proposal Writing Workshop in Accra
Im September gab es in Accra einen Workshop für alle angehenden PhD Students, die in Deutschland studieren wollen. Der Workshop bot die Möglichkeit am eigenen Forschungsvorhaben zu feilen. Die Teilnehmenden wurden dabei von anderen WissenschaftlerInnen und DAAD Alumni unterstützt.
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DAAD Nairobi enge Kooperation mit Goethe-Institut
Das DAAD Regionalbüro in Nairobi arbeitet eng mit dem Goethe-Institut zusammen, um auf Studienmöglichkeiten in Deutschland aufmerksam zu machen. Am 04.09.2015 fand wieder ein offener Tag im Goethe-Institut statt.
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DAAD StipendiatInnen Treffen in Südafrika
Im Juni fand das 5. DAAD-NRF StipendiatInnen Treffen in Kapstadt zum Thema „A World Without Hunger 2015“ statt an dem zahlreiche StipendiatInnen teilnahmen. Auf dieses Thema hatte unter anderem das World Food Programme der Vereinten Nationen beim Gipfel Rio+20 2012 aufmerksam gemacht. SDG 2 bezieht sich auf Beendigung des Hungers, Nahrungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft
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BMZ und DAAD unterstützen Studierende der Garissa Universität
Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) über sein Büro in Nairobi ein Hilfsprogramm ins Leben gerufen, das den Studierenden hilft, den Weg zurück in die Normalität zu finden. Bis zu 300 besonders bedürftige Studierende erhalten ein Jahr lang ein monatliches Stipendium. Außerdem werden Studiengebühren und Unterbringungskosten übernommen.
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Building Africa's first risk management institute from scratch

Interview with David R. Taylor
by Nadim Sah

In 2013, a DAAD scholarship gave me the opportunity to go to South Africa for six months to collaborate with David Taylor on a research project in financial mathematics. During my time in Africa I understood that David was doing much more than mere research and teaching: He was doing his part in shaping the future of the country. I believe that his contribution can serve as an inspiring example of what can be achieved – and how.


David R. Taylor was born in Zambia from where his family relocated to South Africa when he was two years old. After staying in South Africa as a permanent resident, he was forced naturalized at the age of 15, when the Apartheid Regime set itself up to conscript all white males of eligible age into the army. Refusing to fight and die for the apartheid regime, he left the country in 1989 after having completed his Masters studies at the University of Witwatersrand in Johannes- burg, in order to pursue a PhD in Physics at Cambridge. At that point South Africa was spiraling into open racial warfare and his intention was never to come back. That changed when he and his fellow students at Cambridge were sitting in front of a TV set in early 1990, witnessing the historic release from prison of Nelson Mandela which marked the end of the apartheid era. At that point he realized that some part of him was „deeply rooted in and deeply affected by South Africa“. It was then that he decided to go back and make a contribution. He has since built up and ran the Masters of Mathematical Finance program at the University of Witwatersrand for 15 years and in 2013 relocated to Cape Town in order to take the next step and found the first Mathematical Finance Institute in sub-Saharan Africa.


NS: When I first wrote you about coming to South Africa and I asked you about your institute, you told me that your institute consisted of yourself and a fax machine. Where are you now?
DT: [laughs] So it’s me, the same fax machine, three academic staff, all on permanent contracts, and a high level administrator, so there is five of us now. And we got rid of the fax machine. We didn’t really have a fax machine. Nobody does anymore.

David R. Taylor
David R. Taylor, director of the African Institute for Financial Markets and Risk Management

NS: In simple words, could you explain what the institute does?
DT: It has three purposes: Teaching, research and working on problems that the industry is interested in. We hold public forums for interest’s sake; we hold Master’s classes, where people can learn from the industry. The overarching theme of the institute is risk management. If you go into financial services, you will find that everything that everybody does every day is some version of risk management. Even if it’s exploiting risk to make profit. Or avoiding risk to avoid losing. So the whole of financial services is really about uncertainty – which is risk management.

„Okay, we’ll be an institute!“

NS: Where did the idea for the institute come from?
DT: I could have just run a master’s program, 20 students a year, sitting in this office, and nobody would have complained. But one conversation with people in the industry, a couple of months before I actually joined UCT, made me think differently. We were standing outside in a parking lot, having a smoke after lunch. We had been there to talk about 300,000 Rand a year. And it had not really gone anywhere because they were like „Yeahhh, maybe, we’ll think about it“. And then all of a sudden in that parking lot, one guy – he’s an English guy and he has nothing vested in any of this – just goes „Why don’t you ask for ten million bucks and do something useful with it?“ And then all of a sudden we were kind of like „Fuck, that’s actually quite a cool idea! Why don’t we ask for ten million bucks instead of another 300 grand?“ We wanted to go big and make it a thing. And in a university, in such a structured environment, a thing gotta have a name. The largest „thing“ that is not an academic department is an institute. So we went: „Okay, we’ll be an institute!“

NS: Where did you find support or opposition when establishing this institute?
DT: I came in at a very auspicious time personally. UCT is an extremely good university, in the top 200 in the world, it’s got a really good reputation, attracts very good students. Thus, employers to whom I’m appealing for funding know that probably 80 per cent of the top talents in South Africa are sitting at UCT. I came down here and joined the commerce faculty and the actuarial sciences department – which is the actuarial sciences department in South Africa. That coupled with the 15 year track record that I had at Wits [University of Witwatersrand] got me in a lot of doors. And when I went through those doors, I had the dean of the faculty standing next to me.

„If we get three big ones, we go for it.“

It was actually easier than I thought, but it still took over a year to get in the right room with the right people. And we had some setbacks: Nedbank got me right to the board and the board said „no“. And a couple of other really hot tips, places like Standard Bank that had supported me for 20 years, were kind of like „Nah, we’re not really interested.“ That was really disappointing. But ultimately we said „If we get three big ones, we gonna go for it“ and we got three big ones so we had a big party and started spending the money. [laughs]

NS: You have lived, studied and worked in both Africa and Europe. What do you think are opportunities and challenges of building the institute up particularly in Africa, compared to Europe?

DT: In Europe, if you can convince that you are a serious person with a serious mission and a goal, you can get some serious money. But in South Africa and the rest of Africa there is always a social context in which you are doing stuff. In Europe, you don’t worry about changing the GINI coefficient of your country. You are just running a top class financial institute.

“What are you doing for the society?”

Here, we are split in our mission. And in Ghana or Nairobi or Dar es Salaam we’d be facing the same thing: „What are you actually doing for the society?“ That’s challenging. You have to attract people who are visionary and altruistic, people who believe in the vision of what you’re doing rather than people who just want to be good academics, do good research, teach well and have good PhD students. In Europe, these things are much more engrained in the fabric of the society, whereas here, you are expected to have a very big impact in many different areas instead of just training risk managers.

The AIFMRM is located on UCT's Upper Campus on the western face of Table Mountain.
The AIFMRM is located on UCT’s Upper Campus on the western face of Table Mountain.

NS:  What do you think is the impact that your institute has on South Africa?
DT: My team is celebrating their eleventh month anniversary today. So we’re pretty hot off the press. The mathematical finance degree has a large impact. And we have this new second Master’s degree starting. Research-wise, we’re publishing quite a lot of papers, the PhD students are very bright, we’re very impressed with their progress. We didn’t have any PhD students in this area, now we have five. And I think we have a public impact: we get very good feedback from industry. We inform them for example about the financial crisis and its fallout in terms of regulation – or if and how CEOs can be punished for poor or corrupt behaviour. We also get very good press out of it. Really important is that for our master classes we bring our network of extremely competent, well-known professors from around the world here to do something that benefits people. They teach, inform, lecture, do workshops. This would be difficult without an institute and our own budget. We can pay 50 grand for somebody to come and spend a month here, I think that has an impact.

NS: What has the feedback been from other African countries? Did they want to copy or collaborate?
DT: Copying for them is obviously an extremely tough option. The struggles that are faced in other African countries, even the relatively well developed, are immense. They make our stuff look very straightforward. We’ve spent some time in Nairobi on a couple of trips. I have invited people from Namibia, Kenya to join us for a variety of activities.

“We don’t want to be
the guys with the money”

When we launched the institute and got things in press, now and again we got e-mails out of the blue from people willing to help or join us. We’ve gathered all of these contacts and gonna do a little tour of Africa next year, meet people face to face, see what we could do together and how we would fund it. We want to avoid being “the guys with the money” for those who want to come to South Africa. It will have to be collaborative. They gonna have to come to the party with something and we’ll see what we can do together.

NS: What is your vision for your institute? Where would you like it to go from here
DT: Well, I’d just like it to be big. I’d like us to have sister campuses, in two, three, four places around Africa. I’d like us to be better funded, to have an online education presence, to be training 200 people a year. So yeah, we don’t want to stay four men and a fax machine. We want to be 44 men and women with 44 fax machines, in 44 countries. [laughs]
NS: Last question: If somebody tried to copy your success in another discipline in another African country – Which one piece of advice would you like to give them?

“You need a track record and to sell the relevance of what you are doing.”

DT: You need two things. One: a track record. Don’t ask for money when you’ve got absolutely nothing to show yet. Do something for free and do it well and have a case. One example: The very first year I was involved in math finance I had a really brilliant student. She came from another discipline and was destined for something great. Two years later I went to a company, explicitly to ask them for money, and I was greeted with great scepticism, the guy was kind of like: „Hmm, don’t really know who you are, what do you do? WITS-what?“ And this moment this girl – I didn’t know she was working there – walked past the door and I went: „Ah, she was one of mine two years ago!“ and he went „How much do you want?“ Because we had a product, because we had done something good.

“Why do you wanna
investigate the universe?”

And the other thing is: You gotta be able to sell the relevance of what you are doing. In an African context, if it’s something really off the wall, people are gonna ask you: „What’s the relevance of this in a wider context?“

In a very wealthy country you don’t have to answer this question. „Why do you wanna investigate the universe?“ – „Because we can!“ – „Okay, cool, here is some money.“ But in Benin or Mali: “Why do you wanna do that? You better have a good reason that’s gonna affect as many people as possible in a positive fashion.”

ANSA in Zahlen

Die seit 2009 bisher 12 ANSA Events* in 8 verschiedenen deutschen Städten hatten zusammen rund 420 Teilnehmer aus Deutschland und verschiedensten afrikanischen Ländern.

Über 80 Vortragende sorgten bei den Konferenzen für Präsentationen und Diskussionen – aus allen akademischen Disziplinen von Anthropologie bis Zoologie – und leiteten bei den Strategietreffen die Skills Workshops.

Das Herzstück von ANSA sind seit der offiziellen Gründung des Vereins im Jahr 2011 die aktuell 112 offiziellen Vereinsmitglieder, die an den internen Strategie- und Arbeitstreffen teilnehmen können. Als wahlberechtigte Mitglieder können sie über den 5-köpfigen Vorstand und über die Ausrichtung des Vereins mitentscheiden. Engagiert in verschiedenen Projektgruppen tragen sie wesentlich zur Umsetzung des Vereinszwecks bei.

ANSA ist gemeinnützig und verfügt über 0 bezahlte Mitarbeiter. Vorstand, Projektgruppen und Mitglieder investieren ihre Zeit allesamt ehrenamtlich.

ANSA in Zahlen


*Die ersten 2 vom DAAD in Bonn initiierten Treffen waren eine Mischung aus Erstkontakt, Strategietreffen und Konferenz. Seit 2013 gibt es separate Strategie- und Arbeitstreffen.

Impressum

ANSA e.V. (Alumni Netzwerk Subsahara Afrika), Schudomastrasse 11, 12055 Berlin. E-Mail: post [at] ansa-ev.org
Vorstand:
Andreas Rothe (Vorsitzender), Carla Dietzel (stv. Vorsitzende), Lisa Wennekes, Nadim Sah, Babette Josiane Guimbang Abanda
Fotos/Abbildungen: ANSA e. V. (S.1-6, 14), J. Miletzki, UNHCR, F. Nyagaka (S.3), Malte Jahnke (S. 4,9), N. Otieno Ajwang’ (S.5.), M. Osterndorff  (S.7), L. Täger (S.9), LitBase (S.9), CIA World Factbook, G. Djohy (S.10), DAAD (S.11), AIFMRM (S.12-13)
Layout: Kevin Eder
Redaktion: Carla Dietzel (cd), Simone Beetz (sb), Andreas Rothe (ar), Fasil Beyene (fb), Nadim Sah (ns)