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Ausgabe 2.2017

Zum Lesen und Drucken im ANSA-Insights-Layout gibt es die ANSA Insights 2.2017 hier als PDF zum Download, entweder in Druckqualität (48 MB) oder in reduzierter Auflösung für den Screen (3MB). Alternativ kannst du die Texte online lesen. Einfach nach unten scrollen.

Liebe ANSAs, Liebe ANSA-Interessierte

die ANSA Insights haben neue tatkräftige Unterstützung erhalten: Neben dem alten Kernteam bringen euch jetzt auch Anne-Maria, James Wamai, Katharina, Lea, Martina und Nicholas regelmäßig Neuigkeiten, Analysen und Kommentare rund um ANSA und DAAD.

Bist du ANSA-Mitglied und möchtest auch gerne etwas beitragen oder z.B. deine Forschung oder dein Projekt, deinen Berufsweg vorstellen? Dann wende dich einfach an post (at) ansa-ev.org. Anne-Maria hat die Ressortleitung für Mitgliederforschung und Mitgliederprojekte übernommen, und James Wamai für ANSAs at Work.

Dich hat etwas oder jemand bei ANSA inspiriert, über etwas nochmal neu nachzudenken und du möchtest deine Gedanken teilen? Oder du hast im Ausland eine ungewöhnliche Erfahrung gemacht – z.B. mit einem Fest, einem Essen oder einer Verhaltensweise – und fragst dich, welche Perspektive Einheimische auf die gleiche Sache haben? Auch dafür bieten wir dir Raum. Apropos… wird jetzt von Nicolas betreut und für Perspektiven kannst du dich weiterhin an Andreas wenden.

Wie ANSA selbst sind auch die ANSA Insights das, was ihr als Mitglieder daraus macht. Wenn ihr also Ideen für neue Artikel oder auch Artikel-Reihen habt, einfach immer munter melden! :)

Andreas und die ANSA Insights Redaktion

Reichtum globaler Erfahrungen: ANSA Mitgliedertreffen 2017 in Berlin

Auf dem ersten Treppenabsatz der Humboldt Universität zu Berlin ist ein Zitat von Karl Marx zu lesen:

„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“

Auf dem ANSA Mitgliedertreffen 2017 bringen Mitglieder einen Reichtum an Interpretationen der Welt mit – beeinflusst durch das Leben in Deutschland, im südlichen Afrika oder anderen Ländern der Welt, durch die eigene Kultur und das Erleben anderer Kulturen als auch durch persönliche und professionelle Erfahrungen. Darauf aufbauend entstanden gemeinsame Arbeitsgruppen und Wissenstransfer.

Das dreitägige Treffen fand wie immer in Berlin statt, diesmal in Räumen der Humbold Universität. Währende eines bunten Mix aus Kulturprogramm, Arbeitstreffen und gemeinsame Aktivitäten haben die Mitglieder sich ausgetauscht, zusammen gearbeitet, voneinander gelernt und sich inspirieren lassen.

 

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Teilnehmer lesen die ANSA Insights.
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Rund 30 ANSA-Mitglieder nahmen diesmal teil.

Führung durch die Lobby-Hauptstadt

Am Freitag Nachmittag erhielten die ANSAs die Gelegenheit, Berlin von einer ganz speziellen Seite kennenzulernen, die Außenstehenden oft verborgen bleibt: eine Stadtführung durch die Lobbyszene Berlins. Thema: Wie fallen Entscheidungen in der Hauptstadt und welche Organisationen versuchen diese zu beeinflussen?

Im Anschluss folgte das gemeinsame Kochen, das inzwischen ein fester Bestandteil der jährlichen Treffen geworden ist. Ein Vorstandsmitglied öffnete am Freitag Abend seine Wohnung für mehr als 20 Mitglieder, um gemeinsam zu kochen und sich auf ein kreatives und erlebnisreiches Wochenende einzustimmen. Geschmackserlebnisse zogen sich durch das ganze Wochenende: Am Samstag Abend gab es afrikanisches Buffet im Restaurant Pan Africa.
Skills Workshops: Moderation, Bewerben, LateX/Mendeley, Kulturschock

Jana stellte Programme zum Erstellen akademischer Texte vor.
Jana stellte Programme zum Erstellen akademischer Texte vor.

Der Samstag stand ganz im Zeichen der gemeinsamen Arbeit und des gemeinsamen Lernens. Der Vorstand begrüßte die neuen und alten Mitglieder und gab einen Input zu den aktuellen Entwicklungen im Verein.

Vier Mitglieder boten Skills Workshops mit ganz verschiedenen Schwerpunkten an, an denen ANSAs je nach Interesse teilnehmen konnten. Lisa lud zu einem aktiven Moderationsworkshop ein, bei dem Mitglieder ihre eigenen Potentiale ausprobieren und entdecken konnten. Anna teilte ihr umfangreiches Wissen über Stellenbewerbungen in Deutschland und worauf Personaler bei der Auswahl der Kandidaten achten – ein wirklich komplexes Thema, gerade wenn man sich mit dem deutschen Arbeitsmarkt nicht so gut auskennt. Jana stellte die Programme LateX und Mendeley als Alternativen zu Standardcomputerprogrammen zur Erstellung von Abschlussarbeiten und Papers vor und präsentierte ihre grundlegenden Funktionen. Eine weitere Skills Workshop Gruppe tauschte sich zu Erfahrungen im Umgang mit anderen Kulturen aus.

 

Arbeit an Konferenz, Insights und neuen Projekten

Zentral: Arbeitsgruppen taten sich zusammen, um zukünftige Aktivitäten des Vereins zu planen und gemeinsam durchzuführen. Warum sich nicht häufiger mit anderen ANSAs aus der Region treffen, anstatt auf die nationalen Treffen zu warten? Ist es nicht Zeit für eine neue Fotoausstellung, nachdem die letzte Wanderausstellung so erfolgreich gewesen sind? Wie gestalten wir die ANSA Insights in Zukunft? Und vor allem: Wo und wann wird die nächste ANSA Konferenz stattfinden und was werden die inhaltlichen Schwerpunkte sein?

Gemeinsames Kochen.
Gemeinsames Kochen.
Gemeinsames Essen und Networken
Gemeinsames Essen und Networken

Das Wochenende klang aus mit einem gemeinsamen Activity Brunch am Sonntag Vormittag, bei dem beim Schlemmen neue Netzwerke aufgebaut und Erfahrungen ausgetauscht wurden. Das Feedback am Ende des Wochenendes war sehr positiv. Alle haben die gemeinsame Zeit genossen und fuhren mit neuen Kontakten, Ideen und Aufgaben nach Hause. Das nächste nationale Treffen steht jetzt schon im Kalender: Vom 6. bis 8. Oktober 2017 trifft sich ANSA zur Konferenz in Hamburg. (mo)

Apropos...Out of Africa

by Nicholas Ajwang’

At one of the last ANSA events, I realised big differences in how Europeans view Africa, depending whether they have been to African countries or not. This led me to reflect how the continent is seen in general.

In public discussion, the African continent is sometimes referred to as ‘Africa’ – implying one whole. In other discourse, the continent is categorised geographically as Northern Africa, the Maghreb (the region of North Africa bordering the Mediterranean, the Atlas Mountains, and the Coastal plains of Morocco, Algeria, Tunisia and Libya), Sub-Saharan Africa (SSA) or Africa south of the Sahara, which includes South Africa. And sometimes we even have South Africa as stand-alone alone.

The ‘good’ and the ‘bad’ Africa

The continent is generally viewed in two extremes: the ‘good’ Africa with safaris, Egyptian pyramids, colourful tribes, flora and fauna; and the ‘bad’ Africa with corruption, dangers, war, famine, poverty, pestilence, and peril. From these paradigms, Africa is either ‘paradise’ or ‘hell’.

 

Photography in sepia or b/w is popular in Western media when Africa is depicted negatively, as place of problems or as needing help.
Photography in sepia or b/w is popular in Western media when Africa is depicted negatively, as place of problems or as needing help.

Image of Africa started before modern mass media

What makes the difference is the angle that a particular westerner wants to perform. It is not western mass media, as has been argued and propagated in the past, which originally shaped the view on the continent. It began before the invention of the media as we understand it today.
Within the West, there are those who ‘understand’ Africa because they have physically been to the continent, primarily motivated by different factors other than to report a “blissful” Africa.  Others` views about the continent are purely shaped by what they see or hear from secondary sources.

Colour comes into play, when the exotic or "tribal", i.e. cultural or religious side of Africa is depicted - or when "the African" is presented as "always smiling, despite all the misery".
Colour comes into play, when the exotic or „tribal“, i.e. cultural or religious side of Africa is depicted – or when „the African“ is presented as „always smiling, despite all the misery“.

Think about Nairobi now.

Mention Nairobi and what comes to mind is a ‘terror attack’ and not the ‘Silicon Savannah’ or the city ‘under the sun’. Paris which has more rates of terror attacks than Nairobi, but brings to mind the city of ‘passionate love’—or maybe ’the city of cliché’. Many westerners choose what they want to see and hear and not what is actually present.

The former can articulate the true nature of the continent while the latter base their conversations about the continent on what is portrayed by media and other secondary sources.  I enjoy the fact that at ANSA, there is a convergence on the view of the continent from both the African and European members. It is at ANSA where everyone knows that Africa is not one country, but has distinct countries, including those that are sometimes by others not considered to be part of  ‘real’ Africa, such as Egypt, Libya, Morocco, Tunisia, Mauritius or South Africa

 


Nicholas_AjwangNicholas Ajwang’ was born in Kisumu, Kenya. He completed his BA and MA in Sociology at Egerton University in Nakuru, Kenya, before moving to the University of Duisburg-Essen for his Ph.D., supported by DAAD. He currently works at Pwani University, Kilifi Kenya, and has been a member of the Alumni Network Sub-Saharan Africa since 2015.

Still a Case of Vulnerability: Impact of HIV/AIDS on Children in South Africa

Mitgliederforschung

HIV in combination with poverty caught my interest very early during my studies. In my Master’s thesis I addressed the research question whether HIV/AIDS – as a disease environment – induces poor health and social conditions and, consequentially, impacts on the economic development in sub-Saharan Africa. With special reference to South Africa, emphasis was placed on HIV-infected and HIV-affected children and how strongly the disease affects their lives and development. Undeniably, children are an important population group as they are a key driver of future development and economic prosperity.

 

Kinderheim bzw. Transition Home in Durban Südafrika
Kinderheim bzw. Transition Home in Durban Südafrika

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

It’s a vicious cycle

In 2015 I conducted a systematic literature review as well as a qualitative case study through in-depth interviews with key informants (i.e. heads of NGOs and children’s homes, researchers, pediatricians and psychologists) in Durban, South Africa. The findings show that it is an accumulation of different risk factors which affect the individual in terms of health, social and economic life. How HIV/AIDS determines the development and future life prospects of children largely depends on their living conditions and the abundance of resources.

Poverty, lack of prospects, poor support structures and influences from society and culture make children and young people especially vulnerable to being affected by HIV/AIDS in one way or another and throughout generations.

This becomes rudimentarily clear in the following expert´s quote: “You are poor. So what you keep believing is `I am poor. I am never going to mount to anything. And so if I have sex and I die of HIV, it is not the worst thing that could happen to me.´”

And as another interviewee pointed out: “If a child is weak and if there is no support, at the end of the day it will all be about crime and children will drop out of school. […] It is just a vicious cycle. For them it looks like it is normal. When you go into the community, they normalize the whole situation.”

HIV/AIDS intrudes very simple, but crucial psychosocial processes within and between human beings. This way, it affects the life of individual people (especially children), families, communities and even whole countries in their overall development and growth. Ultimately, this mirrors important economic conditions such as human capital, generated income and the quality of the standard of living.

Resilience, character, structure and strength

So what can we do to further curb the HIV/AIDS-problem? Generally speaking, the answer is reasonable development of human beings with adequate education from as early as right after birth which has to be facilitated and sustained throughout the life course. This builds natural resilience, character, structure and strength. People can be enabled to overcome the adverse effects of the disease by means of preventative and treatment measures and by being aware of the consequences of behavior choices.


Anne-MariaAnne-Maria Illés grew up in Germany and holds a Master’s Degree in Development Economics and International Studies from Friedrich-Alexander University as well as a Bachelor’s degree in Economics and Management/British and American Studies from Martin-Luther University. She received a DAAD-scholarship to study one semester at the University of KwaZulu-Natal and conduct a three-month field research for her Master’s thesis in Durban, South Africa. She has been a member of ANSA since 2016.

DAAD-Alumni und ihre Projekte auf der re:publica

Neues vom DAAD

Die re:publica ist mit über 9.000 internationalen Teilnehmern zu einem weltweit bekannten Forum für den Austausch rund um die digitale Gesellschaft geworden. Hier dürfen internationale wissenschaftliche Netzwerke wie der DAAD nicht fehlen. Mit der finanziellen Unterstützung vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) organisierte der DAAD ein fachliches Alumni-Sonderprojekt. Dadurch konnten 29 Experten aus 17 Entwicklungsländern an der 11. re:publica im Mai 2017 in Berlin teilnehmen. Unter dem Hauptthema der Konferenz „Love out Loud“ konnten Alumni in Foren ihre Projekte vorstellen und diskutieren. Hierbei ging es um neue Lernansätze und digitale Entwicklungen in verschiedenen Themenbereichen insbesondere auch in Subsahara-Afrika.

 

Mittendrin im Austausch – DAAD Alumni auf der Re:publica

 

Change Agents – Multiplikatoren sind wichtig
Die Diskussionsrunden mit den DAAD-Alumni auf der re:publica machten deutlich, welche Bedeutung dem digitalen Austausch weltweit mittlerweile zukommt. DAAD-Alumni aus Ruanda präsentierten beispielsweise E-Learning-Einheiten mit Videostreams und Tonaufnahmen, die speziell für Fachpersonal in Krankenhäusern aus afrikanischen Staaten erstellt worden sind und einen dezentralen Informationsaustausch ermöglichen sollen. Eine der Alumni-Teilnehmerinnen, Beatrice Uwayezu, hatte zuvor bereits schon an einem Projekt mitgearbeitet, welches das Management in den Gesundheitseinrichtungen in Ruanda weiterentwickeln möchte. Dazu erarbeiteten verschiedene ruandische Experten digitale Anleitungen und Richtlinien für Verfahren in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen. Wichtige Argumente, die in diesem Zusammenhang aber weiterhin offen bleiben, sind die Qualität der e-Learning-Angebote, transparente Finanzierungsmechanismen, öffentlich-private Partnerschaften und die Regulierung von Standards. Mittlerweile arbeitet Beatrice Uwayezu für die Caritas Ruanda und setzt sich für die Verbesserung lokaler Kapazitäten im Gesundheitssektor weiter ein. Dabei spielt die Kluft zwischen den Geschlechtern eine zentrale Rolle. Aufgrund dessen klärt sie Mädchen über Gesundheitsthemen, Menschenrechte und Konfliktmanagement auf. In diesem, wie in anderen Gesundheitsbereichen, können digitale Angebote wie Online-Lernsysteme oder Apps mehr Menschen erreichen, sofern sie einen Internetzugang oder ein Smartphone haben. Dies ist wiederum eine Frage der digitalen Infrastruktur.

Vernetztes und personalisiertes Lernen
Bei der DAAD-Veranstaltung auf der pre:publica wurde auch über den „Connected Learning“-Ansatz diskutiert. Dieser Lernansatz ermöglicht es Menschen vorhandene Lernressourcen so miteinander zu verbinden, dass personalisierte Lernpfade entstehen. Dr. Denis Nsame Nforniwe, Direktor eines regionalen Krankenhauses, Gesundheitsberater in Kamerun und Teilnehmer des Alumni Sonderprojektes wies darauf hin, dass verschiedene Aufgaben mit Smartphones bewältigt werden könnten, unter anderem auch die medizinische Begleitung von Patienten. In Kamerun will der Mediziner sein Wissen an andere Führungskräfte und Ausbilder weitergeben und Audio-Kurse für Angestellte im Gesundheitswesen erstellen. Dies ist dann letztendlich wieder eine Frage der Finanzierung und Implementierung. Neben dem medizinischen Bereich sind auch Veränderungen im politischen und sozialen Bereich sichtbar. Obed Kambasu bietet beispielsweise Trainings für zivilgesellschaftliche Organisationen an, die von UNICEF im Norden Ugandas gefördert werden. Er hob pragmatische und vernetzte Lösungen in Bezug auf die Stärkung kommunaler Partnerschaften hervor. Als DAAD-Stipendiat im Public Policy and Good Governance Programme studierte er im Master Public Policy und Management an der Universität in Potsdam. Dabei hob er hervor, dass ein DAAD-Stipendium für ihn nicht nur Finanzierung von Forschung bedeutet, sondern vor allem den Aufbau von Netzwerken, kulturellen Austausch und neue Perspektiven bietet.

Austausch mit Zukunft
Der DAAD fördert immer wieder solche Alumni-Sonderprojekte, um verschiedene internationale Experten zusammenzubringen, und den internationalen Austausch über Forschungsideen und Vorhaben sowie Ergebnisse aus praxisbezogenen Projekten zu intensivieren. Wie vielfältig diese sind, zeigen die Beispiele aus Ruanda und Kamerun im Bereich der Digitalisierung. Die digitale Gesellschaft zu vernetzen und einen Raum für den Austausch von Ideen vor allem auch auf internationaler Ebene zu schaffen, war ein Ziel der re:publica. Das hat gezeigt, wie erfolgreich mehrere Welten für einen konstruktiven Austausch aufeinander treffen können. (sb)

In Kürze +++ Der DAAD Ticker +++

+++ Die virtuelle Mobilität fördert neue Lernprozesse. Das zeigt der vom DAAD geförderte interdisziplinäre Masterstudiengang „Global Studies: Peace and Security in Africa“ zwischen dem Global and European Studies Institute (GESI) an der Universität Leipzig und dem Institute for Peace and Security Studies (IPSS) an der Universität von Addis Abeba. Insgesamt gibt es Teilnehmer aus elf Nationen, die sich über Videokonferenzen, ein Lernmanagement System und Präsenzveranstaltungen austauschen. Studierende habe zudem die Möglichkeit, sowohl für ein paar Semester am Institut in Addis Abeba, als auch an der Universität in Leipzig zu studieren. +++

+++ Die erste internationale Konferenz des ostafrikanischen Germanistikverbandes fand vom 29. bis 30. Juni 2017 an der Universität Nairobi statt. Zentrales Thema auf der Tagung war die „Afrikanische Germanistik in bewegten Zeiten: Interkulturelle Ansätze der ostafrikanischen Germanistik“. Beiträge wurden drei Sektionen zugeordnet: 1. Interkulturalität der Literaturwissenschaft 2. Interkulturelle Ansätze in der Sprach- und Übersetzungswissenschaft 3. Interkulturelle Landeskunde beziehungsweise Landeswissenschaften und 4. Interkulturelle DaF-Didaktik +++

+++ Ein neues DAAD-Programm unterstützt die Entwicklung von sieben Graduiertenkollegs, die sich mit der Agenda 2030 auseinandersetzen. Das Nachhaltigkeitsziel Nr. 11 stellt die Entwicklung von Städten und Siedlungen in den Fokus. Hier analysiert und diskutiert beispielsweise ein Graduiertenkolleg der südafrikanischen University of Witwatersrand und der Technischen Universität Berlin das Thema Städtebau und der Raumplanung. Ein Graduiertenkolleg in Nigeria und der Universität Hildesheim wiederum untersucht den Zusammenhang zwischen Kultur und politischen Konflikten, weil das kulturelle Erbe durch den Terror von Boko Haram in Gefahr ist. Kultur, Kunst und Musik sollen verbinden und damit zum Friedensprozess in Westafrika beitragen. +++

+++ Am 27.04.2017 veranstaltete das DAAD Regionalbüro Nairobi eine Diskussionsrunde zu Kenias Rolle in der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) und der Frage, inwieweit diese Mitgliedschaft eine Erfolgsgeschichte ist. Als Referent war Johannes Döveling, LL.M. (Master of Laws), Stellvertretender Leiter des Tanzanian-German Centre for Eastern African Legal Studies (TCGL) an der Universität Dar es Salaam eingeladen, der zugleich langjähriges ANSA-Mitglied ist. Bei seiner Präsentation ging es ihm insbesondere darum aufzuzeigen, dass Kenia als dominierende Wirtschaftsmacht in Ostafrika zwar weniger als andere Staaten auf regionale Kooperation angewiesen sei, aber für das Land die wirtschaftlichen und politischen Vorteile der Mitgliedschaft in der EAC überwögen. Relevant seien dabei insbesondere der Zugang zu Absatzmärkten und die Rolle der EAC in der faktischen Gewährleistung von Frieden und Sicherheit in der Region. +++

+++ Mitte Februar fand in Yaoundé in Kamerun eine Kick-off Veranstaltung zur Kooperation zwischen der Universität Bielefeld und der Université de Yaoundé statt. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Yaoundé-Bielefeld Bilateral Graduate School „Natural Products with Antiparasite and Antibacterial Activity“ (YaBiNaPA). Dabei sollen Pflanzen erforscht werden, die in der afrikanischen Heilkunde bereits verwendet werden, unter anderem zur Behandlung parasitärer Erkrankungen wie Malaria und bakterieller Infektionskrankheiten. Im Fokus der Forschung steht hier, die weltweite Entwicklung von Medikamenten auf natürlicher Basis voranzutreiben. +++
(sb)

Trade not aid: A case for the proposed German – East African University of Applied Sciences

Unbiased enhancing of the relationship between Africa and Europe is key to tackling both mutual and unique challenges facing our two beloved continents. In past ANSA meetings, clear as day has been the fact that long gone are the days when aid and donations defined Europe-Africa relations. Improving infrastructure, a literate youthful population in an ageing world, better information access, largely stable governments and a steadily rising middle class has seen Africa, depending on your sources, being home to some of the fastest growing economies in the world, so much so that a McKinsey study projects the business spending in Africa to reach $3.5 trillion by 2025! To the ears of entrepreneurs and investors, no sweeter melody exists and Germany has wisely refused to be left behind.

“Trade not aid” is a no brainer!

In a 34 page strong document titled, ‘Marshall Plan with Africa’, the Federal Ministry for Economic Cooperation and Development under the leadership of Gerd Müller has unequivocally laid the footprint on how Germany wants to onwards engage with Africa. This is by honestly tackling the problems of yore that have hitherto been a hindrance towards cooperation. Some, like corruption, still exist not only in the form of an unscrupulous African elite, but also through insincere international corporations engaged in Africa who, due to their disregard to local compliance regulations, have led to Africa losing more than $1 trillion over the last 50 years.

“I soak in the aroma of changing times”

When, on a lazy early November 2016 morning, an email popped up inviting me to a meeting at the Federal Foreign Office in Berlin where I, having schooled both in Kenya and Germany, was, together with a few other DAAD scholars, supposed to give my opinion of the proposed German – East African University of Applied Sciences, I couldn’t help but soak in the aroma of changing times. If approved, this university was going to be built in Kenya, serving the East African region. At probably one of the most high profile meetings I have attended so far, I could no longer restrain the optimism about Africa that I have subscribed to for so long. Here, high profile industry and academia partners in Germany were deliberating about investment in my motherland, not from a point of ‘let’s send x amount of money’, but more like, ‘after our feasibility studies, we found out that, based on the enthusiasm of the Kenyan and East African people, buoyed by aggressive infrastructural development and thirst for knowledge, this project has the ability to not only break-even but to give a return on investment’. I felt vindicated!

 

 Kenya’s Cabinet Secretary (CS) of Education Dr. F. Matiang’i (2nd left) and German Ambassador to Kenya Jutta Frasch (2nd right) pose with the signed MOU to establish the university. Onlooking are Kenya’s Finance CS H. Rotich (far left). Kenya’s Foreign Affairs CS Amina Mohammed (3rd right), Germany Federal Minister for Economic Affairs and Energy Brigitte Zypries (3rd left) and Federal Minister for Economic Cooperation and Development Gerd Müller (right) (Source: Dept. of Foreign Affairs Kenya)
Kenya’s Cabinet Secretary (CS) of Education Dr. F. Matiang’i (2nd left) and German Ambassador to Kenya Jutta Frasch (2nd right) pose with the signed MOU to establish the university. Onlooking are Kenya’s Finance CS H. Rotich (far left). Kenya’s Foreign Affairs CS Amina Mohammed (3rd right), Germany Federal Minister for Economic Affairs and Energy Brigitte Zypries (3rd left) and Federal Minister for Economic Cooperation and Development Gerd Müller (right) (Source: Dept. of Foreign Affairs Kenya)

Progress offers hope

Fast forward a few months and an MOU has already been signed in Nairobi bringing this project, in which DAAD is heavily involved, closer to realisation. The school aims to bridge the gap between academia and the industry by mirroring the German education system. Students graduating from this university should essentially be eligible to work in Germany, something that bodes well with globalisation efforts.
Whether we choose to be involved or wait and see, if this project is anything to go by, then the cogs of trade and not aid continue to, slowly but surely, drive Africa-Europe relations.


James_WamaiJames Wamai was born in Nyeri and grew up in Naro Moru, Kenya. He studied B.Sc. and M.Sc. in Mechatronic Engineering at Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology where he also works as an Assistant Lecturer. He is currently pursuing a PhD Mechatronic Engineering in Chemnitz University of Technology and lives in Chemnitz. He has been an ANSA member since 2016.

Choose the right matatu

Eine Perspektive zur ersten Fahrt mit dem Matatu-Minibus in Kenia

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I vividly remember my first ride in a Kenyan matatu. It was May 2014, I had just arrived at my host university and was standing by the main road that connected the campus with Nairobi. A fellow student introduced me to the enigmatic system of Kenya’s matatus. At first sight, to me it looked like a confusing crowd of smaller and bigger busses, going here and there, stopping unpredictably, taking in way more passengers than they should, with ever-changing fares…

So I was really grateful to have some guidance during my first encounter with the matatu system. I was taught that once you get to the designated area where matatus stop or wait for costumers, there are two main challenges to face:

Choose the right matatu company. Especially at highly frequented roads, there is a wide variety to choose from. Do you want the cheaper one? The faster one? The one with the loudest music on? The one with free Wi-Fi?

Minimize your waiting time, while maximizing your seat comfort. You won’t want a matatu that is totally crowded yet, because that might mean you’d have to stand or be squeezed in between people. But a completely empty matatu isn’t favourable either; that might imply endless waiting time for other passengers to enter until your matatu is ready start.

To those who are used to scheduled trains and a neatly organized public transport system, this might all seem a little bit unpredictable and confusing. But once I got used to the system, learned how to stay patient and knew where to find my favourite matatus, I really got to love and appreciate getting around Kenya. Nevertheless, the first thing I did back in Berlin after my two semesters in Kenya was booking a comfortable ICE train ticket to visit my sister in Hamburg…

Katharina Kolatzki


Katharina_KKatharina ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Sie studiert in Berlin und hat während ihres Bachelors zwei Semester in Kenia verbracht. Sie ist seit 2016 ANSA-Mitglied.

A Matatu Ride Like No Other

Eine Perspektive zur ersten Fahrt mit dem Matatu-Minibus in Kenia

Insights_Matatu_Kenia_1I was fourteen years old when I first boarded a matatu. Destination? Port Victoria, a small town at the shores of Lake Victoria and about 150 km from my village, Nyambula, in western parts of kenya. After a whole hour of waiting, the matatu finally came. It was an old ramshackle minibus that painstakingly trotted slightly faster than the Bedford Lorries that collected red bricks from our village. Though it was already overloaded, it still stopped at every point as long as people were standing by the road side even if they were not travellers. Midway the journey, at Bumala market, the driver and the conductor disappeared to the back alleys of the market where women of questionable characters sold illicit liquor locally known as chang’aa and other things which only adults partook of. Instead, complete strangers took over the control of the matatu and ordered us to disembark. No explanation was given, not a single cent of the fare was refunded either.

My inaugural safari by matatu sums up my general experience with the matatu rides in kenya. They are characterized with unpredictability, exploitation, coarse language among other vagaries of travelling. Although this is the case, a lot has changed in the matatu sector with most of the roads having been tarmacked and much better matatus: newer, well maintained and thus more comfortable means of travelling. For example, from my village to Port Victoria no longer takes a whole day but just under three hours.

Honestly, a matatu ride in Kenya is one of the things that I do not look forward to when visiting home. It is nothing near public transport in Europe which is organized, reliable and punctual. In addition, the fares in Europe are fixed. The contact between operators and passengers is kept at minimum something that reduces unnecessary tension between the two parties.

Obala Musumba


Obala_MObala ist in Kenia aufgewachsen. Er arbeitet als Assistant Lecturer in Tansania und befindet sich aktuell für seinen PhD-Anschluss in Berlin. Er ist seit 2016 ANSA-Mitglied.

Impressum

ANSA e.V. (Alumni Netzwerk Subsahara Afrika),
Neue Krugalle 212, 12437 Berlin. E-Mail: post@ansa-ev.org
Vorstand: Andreas Rothe (Vorsitzender), Carla Dietzel (stv. Vorsitzende), Lea Gleixner, Blaise Kimbadi Lombe, Nadim Sah
Fotos: ANSA e. V. (S.2, S.3, S.7, S.8), © DAAD (S.5 oben), © Pixabay (S.5 unten), © DAAD/Moritz Tyrasa (S.6 oben), Layout: Kevin Eder
Newsletter-Redaktion: Andreas Rothe (ar), Carla Dietzel (cd), Simone Beetz (sb), Anne-Maria Illés (ai), James Wamai Mwangi (jw), Katharina Kolatzki (kk), Lea Gleixner (lg), Martina Osterndorff (mo), Nicholas Ajwang‘ (na)