ANSA Insights 2.2019

ANSA_Insights_Header

Liebe ANSAs, liebe ANSA-Interessierte,

Die ANSA Insights Ausgabe 2.2019 legt den Fokus auf die Events und Netzwerktreffen von ANSA in diesem Jahr. Wir bieten einen spannenden Einblick in den Design Thinking Workshop im Februar in Berlin mit der Aufgabe „Re-design a way for a memorable ANSA conference to foster relations between Germany and Sub-Saharan African countries“, das Strategietreffen im März in Berlin sowie die große ANSA-Jahreskonferenz in Oldenburg im Oktober zum Thema “Sustainable Innovations in Natural Resources Management – Approaches for and from the African continent”.

ANSA Insights Redaktion

Design Thinking Workshop – Ein neuer Blick auf ANSA

Design Thinking ist aktuell in aller Munde, wenn es darum geht neue Ideen zu entwickeln, und eine neue Herangehensweise an Projekte und Fragestellungen zu wagen – das ist gerade für ein Netzwerk wie ANSA interessant. Ursprünglich als Innovationsmethode für Produkte und Services an der Universität Stanford entwickelt, bietet es die Möglichkeit, gemeinsam kreativ zu sein, zu interagieren, strukturiert und gleichzeitig in kurzen Zeiträumen zu Ergebnissen zu gelangen. Im Mittelpunkt des Ansatzes stehen immer die beteiligten Akteur*innen.

Für ANSA kommt das wie gerufen. Das DAAD Alumni Netzwerk Subsahara Afrika besteht nun schon seit 10 Jahren – ja wir feiern also dieses Jahr Jubiläum als Netzwerk und in zwei Jahren als Verein. Da wird es Zeit, sich zum einen mal wieder selbst zu vergewissern, wo wir als Verein stehen und zum anderen zu schauen, wo wir in Zukunft hinwollen.

Im Vorfeld des diesjährigen ANSA Strategie- und Arbeitstreffens hat sich deshalb eine Gruppe von ANSA Mitgliedern, genau genommen die der „Conference Interim Working Group“, vom 22. – 24. Februar 2019 in Berlin getroffen. Im Rahmen eines Design Thinking Workshops ging es um konkrete Vorschläge, welche Formate alte und neue ANSAs spannend finden – also wie der weitere Austausch in Zukunft aussehen soll, und wie konkret das Konferenzkonzept optimiert werden kann. Hinzu kommt, dass sich über die letzten Jahre immer mehr Menschen für unseren Verein interessiert haben – sowohl ehemalige deutsche und afrikanische DAAD Stipendiat*innen, sowie aktuelle Stipendiat*innen, sodass die Nachfrage zu den Konferenzen kontinuierlich gestiegen ist. Dies hat folglich zu mehr Konferenzteilnehmer*innen geführt (dieses Mal gab es 250 Anmeldungen für 75 Plätze). Die Zahl an Vereinsmitgliedern ist ebenso gestiegen: aktuell liegt diese im dreistelligen Bereich. So erfreulich diese Entwicklung ist, so bringt sie auch ein paar Herausforderungen mit sich. Die Conference Interim Working Group hat sich deshalb in dem Design Thinking Workshop und in der anschließenden Zeit Gedanken gemacht, wie Konferenzformate sowie die Konferenzinfrastruktur verändert werden können, um eine angemessene Weiterentwicklung zu ermöglichen. Der Workshop war dem ANSA Strategie- und Arbeitstreffen zeitlich vorgelagert, da dieses vereinsinterne Treffen immer den Auftakt der Konferenzplanung bildet. Wie auch bei den Strategietreffen fand der Workshop in den Räumlichkeiten der „Werkstatt der Kulturen“ in Berlin statt.

Die Idee und Umsetzung des Design Thinking Workshops war somit eine Antwort auf die oben genannten Entwicklungen. Bereits letzten Oktober hatte sich die „Conference Interim Working Group“ direkt nach der Konferenz gebildet. Die Arbeitsgruppe bestand aus einem Team von acht ANSA-Mitgliedern aus Deutschland, Kamerun, Mosambik und Nigeria, die bereits teils mehrere Male an ANSA-Konferenzen teilgenommen hatten, sowie Lea Gleixner, ANSA-Alumna als Workshopleiterin, die bereits vielfältige Erfahrung mit dem Design Thinking Ansatz gemacht hat.

 

ANSA Design Thinking Workshop 2019

ANSAs in Aktion

 

Elementare Teile eines Design Thinking Workshops sind das Arbeiten ohne Hierarchie in einer interdisziplinären Gruppe von 5-9 Personen, das Sammeln von Nutzer*innenfeedback (in diesem Fall Konferenzteilnehmende), das Nutzen kreativer Methoden (Visualisierung durch Post-its, Brainstorming, Warm-Ups) und das Testen ausgewählter Ideen. Design Thinking wird sowohl im Non-Profit-Bereich (bsp. IDEO.org), als auch im Privatsektor angewandt. Es erfreut sich großer Beliebtheit in der Produktentwicklung, der Unternehmenskommunikation, der Entwicklung von Dienstleistungsangeboten, bis hin zum Sozialunternehmertum seit Beginn der New Work-Ansätze.

Die Design Thinking Methode verläuft nach fünf Phasen. So startete der Samstag mit der:

Scoping Phase: Nach einer generellen Einführung in die Methode und einer Rekapitulation der ANSA-Konferenz 2018 ging es in die „Scoping Phase“. Hier ging es darum, die Herausforderungen konkret zu benennen und eine Formulierung zu finden, die von allen Teilnehmenden gleichermaßen getragen wird. Die sogenannte “Design Challenge”, die erarbeitet wurde, lautete „Re-design a way for a growing number of alumni, scholarship holders and other stakeholders to actively participate in a memorable ANSA conference to foster relations between Germany and Sub-Saharan African countries.“ Daraufhin war das Team gefragt, konkrete Annahmen über die Herausforderungen und Wünsche der Teilnehmenden und OrganisatorInnen der letzten Konferenz zu überlegen und zu formulieren.

Research Phase: In der nächsten Phase, der „Research Phase“ entwarf das Team einen Fragebogen, um die vorher gemachten Annahmen zu überprüfen. Die Annahmen des Teams betrafen beispielsweise den Ablauf der Registrierung, das Fehlen des Team Cookings, die Logistik und die Themenauswahl. Anschließend führten die Mitglieder der Arbeitsgruppe sieben Interviews mit Konferenzteilnehmenden durch. Dies fand sowohl telefonisch als auch vor Ort statt.

Synthesizing Phase: Nach der Mittagspause kam die nächste Phase, die „Synthesizing Phase“. Hier wurden die Ergebnisse der Interviews von den jeweiligen Interviewten nach dem Storytelling-Prinzip mit der gesamten Arbeitsgruppe geteilt und auf Post-its sichtbar aufgehängt. Aus der Fülle der Interviewergebnisse kristallisierte die Arbeitsgruppe zentrale wie auch wiederkehrende Aspekte heraus. Zu dreien dieser Aspekte, dem Bedarf an Networking-Aktivitäten, dem Programmaufbau und der Selbstmotivation des Organisationsteams, wurden wiederum Fragestellungen entwickelt, für die in der darauffolgenden „Ideation Phase“ Ideen generiert werden sollten.

Nachdem der Samstag mit einem äthiopischen Abendessen zu Ende ging, widmete sich der Sonntag den letzten beiden Phasen:

Ideation: Die „Ideation Phase“ besteht aus einer Reihe von Methoden, anhand derer möglichst viele Ideen – unabhängig von ihrer Umsetzbarkeit – entwickelt und auf einzelnen Post-its notiert werden sollen. Die ANSA-Arbeitsgruppe generierte Ideen nach den Brainstorming Methoden “Silent Brainwriting”, „Brainstorming with Constraints“ und „Ideate – Build – Destroy – Rebuild”. Die Fülle an Ideen wurde anschließend mit der Gruppe geteilt, in ähnliche Bereiche gegliedert und in einer Matrix nach Aufwand und Effekt/Wert kategorisiert. Eine Idee mit hohem Wert und vergleichsweise geringem Aufwand war die Erarbeitung eines Netzwerkformats, das trotz einer hohen Teilnehmendenzahl auf der Konferenz das Networking innerhalb der ANSA-Konferenz strukturiert und effizient ermöglicht.

Prototyping: In der „Prototyping Phase“ geht es darum, ausgewählte Ideen in sogenannte Prototypen umzuwandeln, das heißt, Modelle der Ideen, welche mit geringem Aufwand erstellt werden, und das Testen bei der Nutzer*innengruppe erlauben. In unserem Fall wurden zwei konkrete Formate zum fachlichen Austausch, „Fishbowl-Discussion“ und „B2B-Workshop“ ausgearbeitet. Zudem erstellte die Arbeitsgruppe einen Vorschlag für ein Konferenzprogramm, das über Ideen zum Netzwerken, zum fachlichen Austausch, sowie über eine verbesserte Struktur verfügt. Diese Strukturierung des Programms sieht vor, die beiden Keynote-Vorträge auf den Samstag zu legen. Diese Präsentationen werden dann durch eine interaktive Podiumsdiskussion abgerundet. Das ermöglicht einen intensiveren Austausch unterschiedlicher Perspektiven auf das Konferenzthema, und erzeugt damit einen zusätzlichen Mehrwert –  im Gegensatz zu den bislang voneinander getrennten Vorträgen und Diskussionen. Neben dem fachlichen Input und Austausch steht der Konferenzsamstag dann ganz im Zeichen des Netzwerkens. Drei Zeitfenster werden hierfür eingeplant, um im Laufe des Samstags durch unterschiedliche Methoden angeleitete Networking-Formate durchzuführen. Am Sonntag läge der Fokus auf den Beiträgen der Teilnehmenden. In welchem Format diese Beiträge erfolgen, wird eine Untergruppe des Konferenzorganisationsteams ausarbeiten. Die vorgestellte Struktur folgt nun einem inhaltlichen roten Faden und bietet neben Networking-Elementen, fachlichen Input und Austausch auch die Möglichkeit für die Teilnehmenden, ihre eigenen Themen zu platzieren.

Feedback zu den generierten Ideen sammelten die Mitglieder der Arbeitsgruppe beim ANSA-Strategie- und Arbeitstreffen Mitte März 2019 in Berlin. Dieses Feedback hat die „Interim Conference Working Group“ bereits eingearbeitet. Der finale „Test“ der Ideen ist die ANSA-Konferenz in Oldenburg vom 11.-13.Oktober 2019. Innerhalb des Konferenzorganisationsteams ist jede*r der Mitglieder der Arbeitsgruppe beauftragt, die Umsetzung einer bestimmten Idee als „Ideen-Pat*in“ zu begleiten.

Da das jährliche Strategie- und Arbeitstreffen neben der Konferenz sämtliche vereinsrelevanten Themen behandelt, war der zweitägige Workshop eine willkommene Gelegenheit, sich tiefergehend mit den Zielen der ANSA-Konferenz, wie auch den Bedürfnissen und Wünschen der Teilnehmenden zu beschäftigen. Die ANSA-Konferenz wird von den Teilnehmenden selbst getragen und lebt von der Motivation und Inspiration durch jede*n Einzelne*n, sowohl was die inhaltliche Unterstützung, als  auch den tatkräftigen Beitrag im Konferenzorganisationsteam anbetrifft. Die Bedürfnisse der Teilnehmenden zu verstehen, und die Konferenz – mit den gegebenen Möglichkeiten – darauf aufzubauen, ist daher ein wichtiger Teil der Vereinsarbeit und ein wichtiges Element für die Zukunft des Alumni-Netzwerks.

 

Autorinnen: Alexandra Unger, Lea Gleixner, Simone Beetz

Let´s go – ANSA Strategietreffen 2019

Perspektiven auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Ein Wochenende Mitte/Ende März ist jedes Jahr im Terminkalender von ANSA-Mitgliedern geblockt, sofern der ein oder die andere nicht weltweit unterwegs ist, forscht oder an einem Projekt arbeitet, denn da findet jedes Jahr das ANSA Strategietreffen statt. So war es auch dieses Mal. 29 ANSA-Vereinsmitglieder trafen sich zum Strategie- und Arbeitstreffen vom 15.-17. März 2019 in Berlin, um an mehreren konkreten ANSA-Projekten sowie allgemeinen strategischen Fragen des Vereines zu arbeiten.

Erster Treffpunkt am Freitagnachmittag war das kulturelle Programm; das mit einer Führung durch das Deutsche Spionagemuseum startete und somit einen Blick in die Vergangenheit sowie einen Ausblick auf heute bot. Dabei ging es um die Ursprünge von Spionage, Spionage im Kalten Krieg sowie aktuelle Fragen rund um Privatsphäre und Datenschutz. Ein Thema, das viel Diskussionsstoff bietet. Nachdem alle ANSAs schon im Gespräch miteinander waren, ging es im Anschluss zum gemeinsamen Abendessen, um die Gespräche zu vertiefen. Zudem diente das Abendessen dem näheren Kennenlernen sowie zum gegenseitigen Austausch zwischen den Mitgliedern. Außerdem gab es die perfekte Gelegenheit, sich mit zwei repräsentierenden Mitgliedern der Alumnivereine IndiAlumni und SP China zu treffen, die bereits eine Woche zuvor beim großen DAAD Alumnitreffen aller Alumnivereine dabei waren.

Am Samstagmorgen ging es dann um die Gegenwart und Zukunft bei ANSA. Der aktuelle ANSA-Vorstand begrüßte alle teilnehmenden ANSAs und gab einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen des Vereins. Zudem wurden die Ergebnisse des Design Thinking Workshops vorgestellt, der im Monat zuvor in Berlin stattgefunden hatte. Zwei Vorstandsmitglieder berichteten außerdem über das große Treffen der DAAD Alumnivereine in Bonn. Weitere Themen waren die Arbeitssprache innerhalb des Vereins (Entwicklung von Deutsch zu Englisch) sowie der datenschutzrechtskonforme Umgang mit der Nutzung von Fotoaufnahmen im Rahmen von ANSA Veranstaltungen.

 

ANSA Strategietreffen – Opening Session

 

Nach dem allgemeinen Einstieg in das Programm folgten die ANSA-Mitglieder Skills-Workshops. Diese fanden in zwei parallelen Slots statt. In diesen Workshops konnten die Teilnehmenden praktisches Wissen erlernen und sich gegenseitig austauschen. Es sind immer sehr verschiedene Themen, genauso wie die breitgefächerten Kompetenzen und Interessen der ANSA-Mitglieder. Die von den Workshop-Leitenden selbst entwickelten circa 45-minütigen Workshops widmeten sich diesmal den Themen:

  • Rassismus-Sensibilisierung und Critical Whiteness
  • Self Motivation
  • Journalistic Writing
  • Präsentieren leicht gemacht
  • Cycle syncing your work life: how to reshape your work structure
  • Visualizing presentations on flipcharts

Die Samstagnachmittage gehören immer den Arbeitsgruppen und sind letztendlich der Kern jedes Strategietreffens, weil hier alle ANSAs daran arbeiten und sich darüber austauschen, wie es mit und in verschiedenen Projekten im Netzwerk weitergehen soll. In manchen Arbeitsgruppen kamen neue Leute dazu, und es entstand eine neue Projektgruppe – die Livestreaming Gruppe. Manche wechselten auch zwischen den Arbeitsgruppen, um die Weiterentwicklung ANSAs an anderer Stelle zu unterstützen.

Mit Blick auf die Zukunft beschloss die Arbeitsgruppe “ANSA Konferenz 2019” in einer neuen Zusammensetzung die Eckdaten für die nächste Konferenz vom Thema bis zu möglichen Terminen. Hierbei nahm sie bereits die Ergebnisse des Design Thinking Workshops auf. Ein Zeitplan und erste Zuständigkeiten für die ANSA-Konferenz, das Herzstück des Vereins, wurden festgelegt. Die Projektgruppe “ANSA Fotoausstellung” wiederum entwickelte ein Konzept für eine kritische Nachfolgeausstellung der Ausstellung “Happy People”, die explizit auf das Abbilden von Gesichtern verzichten soll. Die Projektgruppe “ANSA Insights”  hat sich in kleiner Runde mit alten und neuen Mitgliedern dazu entschlossen, das Magazin „ad acta“ zu legen, um neue Wege zu gehen und Ressourcen zu bündeln. So wurde der Plan für eine effizientere, online-basierte Version in Form eines Blogs mit weniger Ressorts entworfen. Die Projektgruppe “Communication und Networking” arbeitete an neuen Outreach-Strategien. Und die Projektgruppe „Media and Coverage“, die sich aus der ursprünglichen Konferenz-Untergruppe „Livestreaming“ bildete, arbeitet an der Optimierung und Professionalisierung des Livestreamings für die Konferenz in Oldenburg vom 11.-13. Oktober 2019.

Nach reichlich Austausch und „food for thought“, meldete sich der Magen der ANSA-Mitglieder. Doch musste dieser sich erst einmal noch gedulden, da ANSAs gerne aktiv Sachen in die Hand nehmen – und so gab es beim Strategietreffen wieder einmal das allseits geschätzte Team-Cooking in bunt zusammengewürfelten Gruppen. Zwar dauert es immer eine Weile bis alle für alle gekocht haben, aber danach blickt man in der Regel nur in zufriedene und glückliche Gesichter. Natürlich gingen auch hier die Gespräche weiter. Da sich einige Mitglieder in mehreren Projektgruppen einbringen wollten, wurden beim Activity Brunch am Sonntagvormittag weitere Ideen ausgetauscht. Außerdem wurden relevante Timings und Inhalte projektgruppenübergreifend abgestimmt. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit, weitere Kontakte zwischen den ANSA Mitgliedern zu knüpfen. Zum Abschluss des Activity Brunchs setzte der Vorstand das am Freitagnachmittag stattfindende Vorstandstreffen fort.

Was ist nun das Fazit dieses Strategietreffens? Das persönliche Treffen, zeitlich mittig zwischen zwei ANSA-Konferenzen gelegen, hat vielen Vereinsaktivitäten ein zusätzliches Momentum verliehen und war sehr produktiv. Alle Arbeitsgruppen werden, unterstützt vom ANSA-Vorstand, bis zum nächsten Treffen entlang der festgelegten Zeitpläne an ihren Themen weiterarbeiten – also let´s go.

 

Autorinnen: Alexandra Unger, Simone Beetz

Warum Bambus Beton ersetzen wird und wir in Zukunft Teppiche mieten

Flugscham, Zero Waste, Upcycling & Co.

Zunehmend werden wir von der öffentlichen Debatte aufgefordert unser eigenes Handeln und unsere täglichen Entscheidungen zu reflektieren und zu überdenken. In der Art wie wir uns fortbewegen, wie wir wirtschaften und was wir konsumieren sind wir auf natürliche Ressourcen angewiesen. Der Klimawandel, die wachsende Weltbevölkerung, das weltweite Wirtschaftswachstum und die zunehmende Verstädterung verknappen aber diese natürlichen Ressourcen immer weiter. Zeit sich mit dem brennenden Thema in einer ANSA-Konferenz auseinanderzusetzen.

 

© Pixabay, raedon – Bambus für nachhaltiges Ressourcenmanagement

 

Dass jede*r in seinem Umfeld nachhaltige Alternativen hat, zeigte Prof. Dr. Dirk Hebel als Architekt in seiner Keynote. Auf der Suche nach Ersatz für CO2-intensiven Stahl und Beton entdeckte er Bambus und Pilze und fand für ein Bauprojekt mit zirkulärem Anspruch ein vielfältiges Netzwerk an Unterstützern, gründete ein Unternehmen, und fand beispielsweise ein Unternehmen das Teppiche nur noch vermietet um die Rohstoffe nicht zu verlieren. Aber wie sieht es mit Subsahara Afrika aus? Als Expertin stellte Murielle Diaco dar, wie zirkuläre Prinzipien und Bottom-up-Ansätze neue nachhaltige Möglichkeiten für Afrika bieten und wie sie mit ihrer Beratungsfirma junge afrikanische Unternehmer*innen berät und vernetzt. Für sie beruht der Weg nach vorne auf dem Wissen, dass sich die Menschen in Afrika seit jeher weiterentwickelt haben.

 

© Pixabay, Nina Stock – Nairobi als Hub für innovative Ansätze

 

Die Vorträge der externen Speaker wurden durch Präsentationen der ANSA Mitglieder*innen, Alumni und Stipendiat*innen ergänzt. So ist Nahrungsmittelsicherheit auch in Nigeria ein wichtiges Thema. Ivo Kashimana entwickelte ein Model zur Optimierung der Landnutzung, um damit gegen Armut und Unterernährung anzugehen, sowie die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen. Und wie sieht es mit Fortbewegung aus? Omar Ibrahim verglich die verschiedenen Herstellungsverfahren synthetischer Kraftstoffe, die weniger Schadstoffe zum Beispiel in der Luftfahrt ausstoßen.

„Der Fluch der Rohstoffe“ ist die Kehrseite und große Angst bei jeder Entdeckung von Öl oder seltenen Erden. Während einige rohstoffreiche Länder ihre Abhängigkeiten neu ausbalancieren ist die große Frage, ob Rohstoffe auch in Zukunft wertvoll bleiben. Oguntoye Opeolu berichtete, dass die Notwendigkeit Afrikas seine Volkswirtschaften zu diversifizieren nie drängender war als heute. Wenn wir schon Rohstoffe abbauen müssen, dann mindestens so, dass die lokale Bevölkerung davon profitiert. In ihrem Vortrag stellte Ann-Christin Hayk dar, wie das neuentdeckte Öl in Ghana im Rahmen von Corporate Responsibility der Ölförderungsfirmen der Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung nutzen sollte und wie Regierungen das Machtungleichgewicht zwischen ihnen und den transnationalen Unternehmen überwinden können.

Zum ersten Mal gab es bei einer ANSA Konferenz Open Spaces in deren Teilnehmer*innen Themen ansprechen und diskutieren konnten, die sie beschäftigten. Auch hier kam das Thema Umwelt zum Beispiel bei der Frage auf wie bei der Diskussion um nachhaltige Alternativen dafür gesorgt werden kann, dass Bevölkerungsgruppen, ganze Länder und Kontinente nicht abgehängt werden.

Wie jedes Jahr entdeckten wir bei einer Stadtführung unsere Gastgeberstadt. So erfuhren wir, dass die Oldenburger*innen auf drei Rekorde besonders stolz sind: Hier wurde zum ersten Mal eine Postkarte mit einem Bild gedruckt. Die Idee auf einer Bank Geld für schlechtere Zeiten anzusparen wurde auch hier in Oldenburg zum ersten Mal umgesetzt. Außerdem rühmt sich die Stadt die größte zusammenhängende Fußgängerzone Europas zu haben.

Wie jedes Jahr war die ANSA Konferenz ein spannendes und interessantes Wochenende, das nur durch den großen Einsatz vieler möglich wurde. Ein großer Dank gilt daher wie immer dem Orga-Team, den Helping Hands und allen Teilnehmenden für eine interessante, spannende Konferenz.

 

Autorin: Anna Ihle